Bei Liebherr läuft im Bereich maritime Krane ein Aufsehen erregendes Projekt: Wie das Unternehmen mitteilt, wird derzeit im Werk Rostock an der Ostsee das Spezialschiff „Orion“ mit Liebherrs größtem Offshore-Kran ausgestattet. Die Arbeiten gehen einem Unternehmenssprecher zufolge voran, wann der Kran fertig montiert sein wird, war noch nicht klar.

Den neuen Riesen-Kran kann das Schiff der belgischen DEME-Gruppe gut brauchen, schließlich soll die „Orion“ für den Aufbau von Windkraftanlagen und für den Rückbau ausgedienter Offshore-Ölförderanlagen und Gasförderanlagen eingesetzt werden. Für diese Aufgabe müssen große Massen bewegt werden, und dafür braucht man einen Kran mit besonders hoher Reichweite, großer Hubhöhe und extremer Traglast. Dafür hat Liebherr eigens den so genannten HLC 295000 entwickelt. HLC steht für „Heavy Lift Crane“.

Der Liebherr-Kran ist höher als das Ulmer Münster

Der HLC 295000 überragt sogar das Ulmer Münster um 18,5 Meter.
© Foto: Liebherr/SWP Grafik

Liebherr zufolge ist der HLC 295000 entsprechend ausgestattet. Für die Entwicklung des Schwerlast-Krans wurden Kräfte aus den Liebherr-Werken in Rostock, Nenzing und Biberach gebündelt.

  • Allein der Ausleger des HLC 295000 ist 160 Meter lang. Selbst über ein Fußballfeld mit schlappen 90 Metern Länge würde der Kran somit locker um 70 Meter hinausragen.
  • Der Kran selbst ist 90 Meter hoch
  • Der Kran erreicht damit eine Hubhöhe von bis zu 180 Meter. Das ist fast doppelt so hoch wie die Freiheitsstatue in New York und immer noch deutlich höher als das Ulmer Münster (161,5 Meter). Ganz zu schweigen vom Kölner Dom, der ja gerade einmal 157 Meter hoch ist, also 23 Meter niedriger.

Dabei ist der Gigant vergleichsweise kompakt: Das Hauptmerkmal der HLC-Baureihe sei die kompakte Bauweise, heißt es in der Produktbeschreibung. Der HLC 295000 etwa sei mit seinem enorm langen Ausleger auf einer Grundsäule mit nur 16,8 Meter Durchmesser installiert. Der Kran benötige damit wenig Platz auf dem Schiffsdeck und biete dem Betreiber mehr Stauraum für zu transportierende und mit dem Kran zu hebende Anlagenteile.

Ein Extra-Kran für den Riesen-Kran

Um den HLC 295000 auf die "Orion" zu wuchten, ist wiederum ein Gigantischer Kran nötig: Der im August 2019 eingeweihte TCC (Travelling Cargo Crane) 78000.
© Foto: Liebherr

Um diesen Riesen auf die "Orion" zu wuchten, ist wiederum ein Kran mit ebenfalls extremer Leistung nötig - dafür soll der im August 2019 eingeweihte TCC (Travelling Cargo Crane) 78000 zum Einsatz kommen. Er hat ebenfalls beeindruckende Leistungswerte:

  • Eine maximalen Tragfähigkeit von 1600 Tonnen
  • Eine maximalen Hubhöhe von 158 Meter.
  • Er ist 164 Meter hoch
  • Der neue Portalkran ist mit einem Doppel-Fahrwerk (zwei Schienen pro Seite) ausgestattet und hat eine Spurweite von 30 Metern.

Fakten zu Liebherr und einigen Kranbau-Standorten

Die Firmengruppe Liebherr umfasst mehr als 130 Gesellschaften auf allen Kontinenten und beschäftigt zurzeit mehr als 46.000 Mitarbeiter. 2018 erreichte Liebherr einen konsolidierten Gesamtumsatz von 10,551 Milliarden Euro. Eine Auswahl von Werken für Krane:

  • Die Liebherr-Werk Biberach GmbH betreibt das größte Liebherr-Werk für Turmdrehkrane mit 1540 Mitarbeitern.
  • Die Liebherr-Werk Ehingen GmbH zählt Unternehmensangaben zufolge zu den weltweit führenden Herstellern von Mobil- und Raupenkranen. 3450 Menschen arbeiten dort.
  • Die im Jahr 2002 gegründete Liebherr-MCCtec Rostock GmbH hat 1640 Mitarbeiter. Das Werk entwickelt und fertigt Schiffs-, Hafenmobil- und Offshorekrane.