Ludwig Lüngen war der geistige Vater der Kunstgruppe Iris, so sehen ihn jedenfalls die Mitglieder. Auf jeden Fall war Lüngen, im Herbst vorigen Jahres verstorben, ihr Mitgründer und Mentor. Am Freitag, 19. Juli, eröffnet die Kunstgruppe zusammen mit der Volkshochschule die Ausstellung „Ludwig & Iris“ im Franziskanerkloster, das ideale Räumlichkeiten für dieses Kunstprojekt biete. Es zeigt Werke des Malers und Grafikers, auch im Dialog mit der Kunstgruppe.

Dialog, das geht so: Alle teilnehmenden Künstler – darunter acht Malerinnen und Maler, nämlich Marlene Widmann, Agnes Schlecht, Thea Ruf-Schlecker, Marlis Schabacker-Bock, Heinrich Wawryk, Maria Turban-Singer, Christopher Colley und Karl Striebel, aber auch der Autor Wolfgang Baumbast, die Bildhauerin Gabriele Herter und die Textilgestalterin Marianne Wurst – konnten sich aus einer Fotodatei Werke von Lüngen aussuchen. Im Kreuzgang des Franziskanerklosters sowie im ersten Obergeschoss werden diese Werke den dazu geschaffenen Werken der Teilnehmer gegenübergestellt, sodass die Besucher die künstlerische Kommunikation nachvollziehen können, wie es in der Ankündigung heißt.

Im zweiten Obergeschoss präsentieren Astrid und Christoph Lüngen Werke aus dem künstlerischen Nachlass ihres Vaters Ludwig Lüngen. Ergänzt wird diese Sammlung durch Lüngen-Werke aus der Sammlung Schreiner aus Rißtissen.

Musik und Geschichten

Kunst in Form von Wort und Ton von Vertretern der Gruppe Iris gibt es beim Künstlerabend am Samstag, 20. Juli. Von 18.30 Uhr an ist bei freiem Eintritt Klassik mit dem Bariton Matthias Rimmele und Hanna Choi am Klavier zu hören. Für Jazzfreunde spielen Gernot Ernst am Klavier und der Vibraphonist Wolfgang Lackerschmid. Schwäbisch und berlinerisch klingt es mit dem Musik-Kabarett „Vorgestern“ aus Ulm. Gedichte und Kurzgeschichten gibt es von Wolfgang Baumbast, Marlis Schabacker-Bock und Winfried Moosmann.

Info Die Öffnungszeiten im Franziskanerkloster sind Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Führungen durch die Ausstellung mit Marianne Wurst finden am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr statt.

In Ehingen Spuren hinterlassen


Wirken Er war Maler, Grafiker und Karikaturist, es gibt unzählige Ansichten von Gebäuden und Straßenzügen Ehingens von ihm: Ludwig Lüngen, 1932 in Essen geboren, hat in Ehingen Spuren hinterlassen. Er war auch Mal- und Zeichenlehrer. Viele haben durch ihn Zugang zur Kunst und zur eigenen Kreativität gefunden, wie VHS-Leiter Peter Dunkl berichtet. Und zu guter Letzt habe Lüngen mit seinem Franziskusbrunnen dauerhaft dem Garten des Franziskanerklosters ein sinnfälliges Gepräge gegeben. Ludwig Lüngen ist am 19. Oktober 2018 gestorben.

Kunstgruppe 1988 hat Ludwig Lüngen zusammen mit Iris Radi, Heinrich Wawryk und Wolfgang Weller die Kunstgruppe Iris gegründet. Auffälliges Merkmal der Gruppe war ihre Offenheit: In ihr fanden sich nicht nur Maler, Bildhauer, Textilgestalter und Grafiker zusammen. Auch Autoren und Musiker vieler Genres suchten Austausch und gegenseitige Inspiration.