Ehingen / Anne Hagenmeyer  Uhr
Viele Wegbegleiter des Malers Ludwig Lungen kommen zur Vernissage der Ausstellung „Ludwig & Iris“ ins Franziskanerkloster.

Kein anderer Maler dokumentierte Ehingen so vielfältig wie Ludwig Lüngen“, eröffnete Peter Dunkl die Ausstellung. Deshalb sehe er den Ort dieses Festes auch nur hier im Franziskanerkloster, wo Ludwig Lüngen seine Malkurse gab und so vielen Künstlern rund um Ehingen ein Rüstzeug mit auf den Weg gab. Auch steht Lüngens größte Skulptur, der Heilige Franziskus, in Form einer Brunnenschale vor dem Franziskanerkloster. Was zwischen Ludwig Lüngen und der Kunstgruppe Iris stattfand bezeichnete Dunkl als die Ehe zwischen Ludwig und Iris, ein Dialog auf Augenhöhe.

Da wurde ein Mamutwerk gestemmt, als Marianne Wurst, mit Peter Dunkl, der Künstlerin Marlene Widmann und Christine Baumbast-Neher ein Konzept entwarf, um die Ludwig-Iris-Ehe zum Leben zu erwecken. In ihrer Rede erklärt sie die Vorgehensweise: „Zuerst haben wir das Werk von Ludwig Lüngen gesammelt. Dabei haben seine Kinder Astrid und Christoph geholfen, so wie der Kunstsammler Walter Schreiner aus Rißtissen. Aus dem Fundus an Bildern konnten sich nun die Iris-Künstler und -Künstlerinnen eines aussuchen und ein eigenes Bild gegenüberstellen.“ Alleine dieser Prozess des Dialoges mit vielen neu geschaffenen Werken zeigte eine große Vielfalt: „Individuelle Herangehensweisen, sei es eine intellektuelle Auseinandersetzung oder ein spielerisches Sich-Treiben-Lassen, ob emotional oder konstruktiv, immer verleihen sie dem Ergebnis einen ganz persönlichen Ausdruck“, sagte Marianne Wurst.

Inzwischen sammelte Veit Feger alle Dokumente zur Kunstgruppe Iris und Roland Ernst steuerte Bilder aus drei Jahrzehnten bei. Beide Beiträge sind nun mit persönlichen Erinnerungsstücken gemeinsamer Aktivitäten im 2. Obergeschoss zu sehen – in den Räumen, in denen Ludwig Lüngen seine Kurse gegeben hatte.

Am künstlerischen Dialog beteiligten sich Thea Ruf-Schleker aus Ehingen und Agnes Schlecht aus Öpfingen. Die Künstlerinnen zeigen Bilder, die sie in einem frühen Kurs mit Ludwig Lüngen gemalt hatten. Marlene Widmann aus Justingen beschäftigte sich mit dem Bussen und Maria Turban-Singer aus Öpfingen zeigt kleinformatige detailverliebte Bilder. Iris-Gründungsmitglied, der Restaurator Heinrich J. Wawryk, kam aus Thüringen angereist. Karl Striebel aus Reutlingen ist mit dabei. Mit Christopher Colley aus Donaurieden findet eine neue Generation ihren Platz in der Iris-Gruppe, und Gabi Herter-Baumhauer aus Rechtenstein stellt Kleinplastiken aus. Kuratorin und Stoffkünstlerin Marianne Wurst zeigt Gefilztes und erzählt damit eine Geschichte.

Wort und Musik, Farbe und Form

Mit viel Enthusiasmus nahmen Roland Ernst und „Ernies Banjo Ensemble“ das Publikum in die Iris-Welt mit. Die Kunstgruppe Iris verstand sich immer als eine interdisziplinäre, die das Wort und die Musik ebenso gelten lässt, wie Farben und Form. Marlis Schabacker-Bock bedient alle Disziplinen – sie malt, dichtet und singt. Ihre Bilder hängen und ihr Auftritt sollte am Samstag den Künstlerabend mitprägen (ein gesonderter Beitrag zum Künstlerabend folgt). Mitbegründer Wolfgang Baumbast bringt mit schwungvoller Handschrift seine Gedichte in eine visualisierte Form, als Bilder zum Lesen.  Da sich die Kunstgruppe oft im Café Roßmanith zusammenfand, gab es am Samstag und Sonntagnachmittag die legendären Kuchen des Konditormeisters Franz Roßmanith in der Cafeteria des Franziskanerklosters zu genießen.

Info Die Dialog-Kunstwerke sind bis Freitag, 26. Juli, im Franziskanerkloster zu sehen.