Sie wirken „dort, wo wir Menschen direkt begegnen“, sagte Oberbürgermeister Alexander Baumann, dies mache „unmittelbare Demokratie“ aus: Langjährige Gemeinde- und Ortschaftsräte oder solche, die jetzt ausscheiden, hat Baumann in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Kleinen Saal der Lindenhalle geehrt. Es standen 26 Personen auf der Ehrungsliste (siehe Info-Box).

Bei Veranstaltungen, in Vereinen, in Fraktionssitzungen – die  Geehrten seien auf viele Art für die Stadt unterwegs, sagte Baumann. Und dies alles ehrenamtlich. „Sie setzen Ihre Freizeit dafür ein, dass es der Gemeinschaft gut geht.“ Dies alles in einer Zeit, in der die Gesellschaft kritischer werde und die Ansprüche größer. Dabei hätten die Frauen und Männer das Gemeinwohl stets im Blick, Einzelinteressen müssten in den Hintergrund treten.

„Mit großer Zufriedenheit“ stelle er fest, das sich die Stadt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten „prächtig weiterentwickelt“ habe. Gemeinde- und Ortschaftsräte hätten dabei ein grundsätzliches Verständnis für die Entwicklung der Stadt an den Tag gelegt, sie sei ein „großes Gemeinschaftswerk“.

Vor dem Ehrungsreigen hatte der Gemeinderat ein paar Vergaben zu behandeln. So hat er die Planung für den fünften Bauabschnitt im Baugebiet Rosengarten für gut 286 000 Euro an das Büro RBS wave aus Stuttgart vergeben. Gegenstimmen gab es von Dr. Wolf Brzoska und Peter Lutz (beide Freie Wähler), eine Enthaltung von Dr. Rüdiger Rombach (CDU). Auf einem Gebiet von 15 Hektar sollen südöstlich des Kinderhauses 150 weitere Bauplätze erschlossen werden.

Nicht die Erschließung der Bauplätze selbst, sondern der Verkehr waren Thema einer längeren Diskussion. Sowohl Manfred Hucker (SPD) als auch Peter Groß, Heinz Wiese, Michael Mouratidis und Peter Bausenhart (alle CDU) monierten, dass die geplante Erschließungsstraße nicht ausreiche und immer mehr Autos am Kinderhaus vorbeiführen. Die Stadt plant auch eine Anbindung von Osten her, die dann über eine später ausgebaute „Borst-Kreuzung“ auf die B 311 führen soll, erklärten der OB  und Rolf Schmid vom Tiefbauamt.

Probleme mit dem Autoverkehr

Solange dieser Ausbau der Kreuzung aber nicht realisiert sei, für den die Stadt nicht zuständig ist und auf den sie seit Jahren wartet, könne der Verkehr nur in Richtung Norden fahren, warnten die Räte, allen voran Peter Groß. „Dann müssen alle Autos am Kinderhaus vorbei, das geht nicht, das gibt Probleme“, warnte er. Er bat die Verwaltung, sich darüber Gedanken zu machen.

Für die energetische Sanierung der Realschule hat der Rat die Arbeiten für den Fenster-Einbau an die Firma Mundal aus Mundingen für knapp 506 000 Euro vergeben, sie war deutlich günstiger als ein weiterer Bieter. Ein Wärmedämmverbundsystem wird die Firma Schenk aus Altbierlingen einbauen für knapp 270 000 Euro, ein zweiter Bieter lag bei mehr als 300 000 Euro. Die gesamte Schulsanierung koste rund 3,46 Millionen Euro, ein Sanierungsfonds des Landes steuert gut 1,6 Millionen Euro Zuschuss bei. In diesem Jahr vergebe die Stadt Aufträge für 1,1 Millionen Euro, wie Alexander Deusch vom Bauamt in der Sitzung erklärte.

Rund 4,9 Millionen Euro investiere die Stadt in die Sanierung des Johann-Vanotti-Gymnasiums. Die Lüftungsarbeiten zur Sanierung der Aula hat der Gemeinderat für 282 000 Euro an die Firma Prestle in Biberach vergeben, sie war einzige Bieterin. Die Erschließung des Baugebiets Simonsbreite, dritter Bauabschnitt, in Kirchen wird die Firma Hämmerle aus Oggelshausen für rund 1,4 Millionen Euro übernehmen. Darin ist ein Nebenangebot enthalten, nachdem die Arbeiten erst Ende November 2020 fertig sein werden, ursprünglich hatte die Stadt geplant, dieses Jahr zu erschließen. Die Verzögerung machte einen Abschlag von 20 Prozent aus, daher nehme man sie in Kauf, sagte Kirchens Ortsvorsteher und Gemeinderat Alfred Schrode, der vorab um Zustimmung im Rat bat.

Sonja Ihle kann in den Rat

Keine Hinderungsgründe, die einem Eintritt irgendeines gewählten Bewerbers in den Gemeinderat entgegenstehen könnten, sah der Gemeinderat – auch nicht bei Sonja Ihle, die als Hilfskraft in der Stadtbücherei tätig ist.

41 Jahre gehört Dr. Rüdiger Rombach dem Gemeinderat an


Dienstende Seit 41 Jahren gehört Dr. Rüdiger Rombach (CDU) dem Ehinger Gemeinderat an. Dafür erfuhr er am Donnerstag den besonderen Dank des OB im Namen der Stadt, eine Ehrung des Städtetags für 40 Jahre hatte er bereits erhalten. Er scheidet nun ebenso aus dem Gremium aus wie Herbert Brandl und Anton Guggemos (beide CDU), die 25 Jahre dem Gemeinderat angehört hatten. Verabschiedet wurden zudem Viola Moll (CDU) und Joachim Schmucker (SPD), beide 20 Jahre im Rat. Für 15 Jahre im Gemeinde- und Ortschaftsrat wurde Bärbel Kräutle (CDU) geehrt. Dank erfuhren auch die ausscheidenden Räte Sabine Paschke, Heidi Bossert, Thomas Bailer und Thomas Schreiner (verhindert), die fünf oder weniger Jahre dem Rat angehört hatten.

Ortsvorsteher Verabschiedet worden sind die Ortsvorsteher Rolf Betz aus Volkersheim und Winfried Wohlleb aus Mundingen – sie waren jeweils 25 Jahre Mitglied in den Ortschaftsräten – sowie Renate Hänle aus Dintenhofen, die 15 Jahre im Rat war. Für 20-jährige Tätigkeit in den Ortschaftsräten wurden die  Ortsvorsteher Heike Heinrich (Nasgenstadt), Josef Huber (Altsteußlingen), Markus Stirmlinger (Rißtissen/verhindert) und Norbert Zimmermann (Berg) geehrt, alle vier werden weiter in den Ortsgremien wirken.

Gemeinderäte Von Städte- und Gemeindetag sowie von der Stadt wurden amtierende Stadträte ausgezeichnet. Für 30 Jahre Alfred Kloker, Alfons Köhler und Alfred Schrode (alle CDU), für 25 Jahre Peter Groß (CDU), Dr. Wolf Brzoska (Freie Wähler) und Roland Mantz (CDU) sowie für 20 Jahre Kathrin Brotbeck und Jutta Uhl (beide CDU).