„Es ist tierisch anstrengend, aber macht auch tierisch Spaß“, bekannte der Trompeter Joo Kraus zu Beginn eines Konzerts in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums. Sieben Musiker und die Sängerin Fola Dada hatten der Big Band des Gymnasiums einen Tag lang Unterricht in Sachen Jazz gegeben.

Am späten Vormittag spielten die Schüler den Dozenten zunächst einige Stücke aus ihrem Repertoire vor. Die Musiker gaben Einblick in ihr Schaffen. Dann folgten am Nachmittag Workshops in den Räumen der Schule und der Musikschule. Die Schüler erfuhren, „dass es für ein und dasselbe Musikstück immer mehrere Ideen gibt“, meinte beispielsweise der Schlagzeug-Dozent Torsten Krill. Die Bläser bekamen Tipps für Übungen mit den Lippen und Fola Dada unterrichtete drei Mädchen im freien Gesang.

Am Abend luden die Schüler und Dozenten zu einem Konzert in die Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums und der Saal war voll. Zuvor stimmten sich die Schüler im Foyer auf ihren Auftritt ein. Fola Dada ließ alle in einem Kreis aufstellen, man nahm sich an der Hand und atmete tief ein und aus. „Und nun sagen wir dreimal gemeinsam Danke.“ Man habe selten so eine gute Schülerband gehört, meinten die Profis, die damit dem Big-Band-Leiter Simon Föhr ein dickes Kompliment machten, „denn der steht jede Woche vor euch“.

Stücke mit neuen Klangfarben

Die Band spielte Stücke aus ihrem Repertoire, die unter den diversen Dirigenten in Feinheiten wieder neue Klangfarben bekommen hatten. Der Posaunist Johannes Herrlich dirigierte zu Beginn des Konzerts ein Powerstück, dem der Song „Hello“ von Adele, gesungen von Jaqueline Laszak und dirigiert von Markus Harm, folgte. Jana Schenk gab dabei ihr Debüt am Klavier. Wie schon bei den Ehinger Jazztagen sang Regina Fiesel einfühlsam Michael Bublés Titel „Everything“ ins Mikrophon. Für eine gehörige Stimmung sorgte erneut Jan Rieger, der einen fetzigen RVA all Day-Rap darbot und das Ganze noch mit einem Salto aus dem Stand krönte. Dirigent Veit Hübner, der ansonsten einen E-Bass in den Armen hielt, schwebte dabei wie ein Albatros über den Musikern.

Notenblätter segeln zu Boden

Ziemlich mitreißend war auch das Dirigat von Band-Leader Simon Föhr, der beim schwungvollen Dirigieren des RVA-Titels ein paar Notenblätter mitriss und zu Boden segeln ließ. Der Musiklehrer stellte einzelne Solisten vor, die das am Nachmittag gelernte hören ließen und zu dem Titel frei improvisierten.

Nach der Schüler-Zugabe waren die Profis dran. Fola Dada sang eine verträumte Version des Lieds „Der Junge mit der Mundharmonika“, in das Göran Klinghagen ein tröpfelndes Gitarrensolo eingebaut hatte. Unprätentiös und doch raffiniert interpretierte die Sängerin Kenny Wheelers Song „Everybody‘s Song But My Own“.

Moderator Joo Kraus verriet auch die Geschichte seines Titels „Stomping ox“: Es sei vermutlich eine Kuh gewesen, die ihm in Ochsenhausen begegnete und zum Stück inspirierte. Veit Hübner stellte einen noch unveröffentlichen Song mit dem Arbeitstitel „Veit like an eagle“ vor, in dem sich ein keckes Frage- und Antwortspiel zwischen Posaune und Saxophon entspann.

Die Schüler bedankten sich mit Blumen und Schokolade, die Dozenten mit zwei Zugaben wie „lets face the music and dump“.