Berg / Christina Kirsch  Uhr
Im Stadtgebiet und in den Teilorten werden die Hauptstränge der Glasfaserkabel verlegt. Die Infoveranstaltung in Berg war sehr gut besucht.

In der Informationsveranstaltung über Glasfaser saßen in der Rose in Berg offenbar einige Bürger im Publikum, die sich etwas ärgerten. „Man hätte auch anders durch den Ort fahren können“, war die häufigste Unmuts­äußerung von Betriebsbesitzern, die möglicherweise nur wenige 100 Meter vom Hauptstrang des Glasfaserkabels entfernt liegen. Doch „wir bauen jetzt erst einmal die Grundstruktur auf“, sagte Wolfgang Koller vom Landratsamt. Allein in Ehingen lägen 100 Kilometer Kabel für den Breitbandausbau. Das Land habe 13 Millionen Fördermittel zugesagt bekommen. Das Geld wird jetzt im Hauptstrang zur Vernetzung der Ortschaften (Backbone) vergraben.

Dazu bekamen die rund 140 Zuhörer in der „Rose“ in Berg einen Zeitplan an die Hand. Seit März 2019 werden bereits Kabel verlegt, was an mehreren Baustellen im Stadtgebiet schon sichtbar ist. Diese Tiefbauarbeiten werden im Dezember 2019 fertig sein. Mit dem Kabelzug und dem Spleissen der Glasfaserkabel einschließlich der Hausanschlüsse rechnet Daniel Müller vom Planungsbüro GeoData bis April 2020.

„Glasfaser ist die Zukunft“

Die Inbetriebnahme für den Hauseigentümer zieht sich dann aber noch sechs Monate, so dass der Kunde Ende 2020 über das Glasfasernetz mit den schnellen Übertragungsraten verfügen kann. Vorteile der Glasfaseranschlüsse sind gleichbleibend hohe Übertragungsraten.

Das Telefonkabel hat nach Meinung einer von GeoData vorgelegten Grafik bereits 2015 ausgedient. Die Koaxkabel, über die manche Haushalte ihren Fernsehanschluss bedienen, sollen etwa 2050 der Vergangenheit angehören. „Glasfaser ist die Zukunft“, waren sich die Redner Daniel Müller (GeoData), Wolfgang Koller (Landratsamt), Jürgen Schneider (Tiefbauamt Ehingen), Michael Harmuth (Netz Erdgas Südwest) und Jürgen Prestel (Vertrieb der NetCom BW) einig.

Daniel Müller stellte den Verlauf der Backbone-Kabel anhand von Ortsplänen dar. In Berg kommt das Kabel über Griesingen in den Ort. Für einige Zuhörer stellte sich die Frage, wann der weitere Ausbau vonstatten geht. „Wir wollen einfach wissen, ob wir in Bockighofen in fünf oder in 20 Jahren einen Anschluss haben“, sagte ein Zuhörer. Doch darauf konnten die Redner keine Antwort geben. Es gebe zwar von jedem Haus einen Generalplan, aber wie der Ausbau voran schreitet, könne niemand sagen. Zudem gebe es in Ortschaften wie Erbstetten gravierende weiße Flecken, die zuerst mal mit dem Nötigsten versorgt werden müssten. Für Interessenten stellte Daniel Müller die Kosten für einen privaten Anschluss an das Glasfasernetz vor, die je nach Entfernung und Aufwand zwischen 1550 und 1800 Euro lägen. Glasfaser mache keine Probleme, neben einer anderen Leitung zu liegen. Wer sich für einen Gasanschluss interessiert, könne den Breitbandanschluss günstig mit verlegen lassen. Darauf machte Michael Harmuth aufmerksam.

Info Eine weitere Infoveranstaltung zum Glasfaserkabelausbau in den Ortschaften Altsteußlingen und Briel findet am Donnerstag, 16. Mai, 19 Uhr, im Landgasthof Adler in Altsteußlingen statt.