Narrenzunft Spritzenmuck Groggatäler und Käther literarisch verarbeitet

Priska Kleiner hat den Helden der Ehinger Fasnet zwei Geschichten gewidmet. Was sie mittels Recherche nicht herausfinden konnte, hat die Hobbyautorin sich ausgedacht.
Priska Kleiner hat den Helden der Ehinger Fasnet zwei Geschichten gewidmet. Was sie mittels Recherche nicht herausfinden konnte, hat die Hobbyautorin sich ausgedacht. © Foto: Jana Zahner
Ehingen / Jana Zahner 08.12.2018
Priska Kleiner hat zwei Bücher über die Figuren der Narrenzunft Spritzenmuck geschrieben. Sie sind im Ehinger Buchladen erhältlich.

Die Gestalten der Ehinger Fasnet haben mich sofort fasziniert“, sagt Priska Kleiner. Die Hobbyautorin und Personalerin bei Liebherr hat die Geschichten „Der Groggatäler“ und „d’Käthra Kuche“ in zwei kleinen Büchern aufgeschrieben. Vor zwölf Jahren ist sie mit ihren drei Kindern nach Ehingen gekommen und hat die Begriffe aus der Narrenzunft Spritzenmuck, nämlich Groggatäler, Pfanna-Mate und die wilden Weiber, kennengelernt. Für ihre Kinder habe sie daraufhin in der Stadtbücherei nach einem Bilderbuch über diese Ehinger Fasnetsgestalten gesucht. „Aber da gab es nichts.“

So sei sie auf die Idee gekommen, selbst Geschichten darüber zu schreiben. „Ich habe mit dem Groggatäler angefangen, weil er für mich eine schillernde und mystische Figur ist.“ Das habe ihr beim Schreiben über den Anführer der Dämonen viel gestalterischen Freiraum geboten.

Auch über Katharina Schunter, im Volksmund „Käther“ genannt, ist nur wenig bekannt. Die bettelarme Frau, die zum Vorbild für die Narrengruppe „Wilde Weiber“ wurde, wohnte Anfang des 19. Jahrhunderts in einer Höhle im Brieltal bei Weilersteußlingen. Die Recherche zu den Figuren sei eine spannende Reise durch die Geschichte Ehingens gewesen. „Das war für mich auch eine schöne Art, hier anzukommen“, sagt die Hobbyautorin.

Was Kleiner nicht durch Internetseiten, Fachliteratur, Besuche an Stätten wie der Höhle Käthra Kuche, dem Groggensee und durch Gespräche mit den Narrenzünften in Erfahrung bringen konnte, hat sie durch eigene Ideen gefüllt. So habe sie zum Beispiel erfunden, wie Katharina Schunter damals Bartholomä, ihren kurzzeitigen Verlobten, kennenlernte. In ihrer Geschichte rettet die kundige Kräuterfrau dem kranken Bauernsohn mit Bilsenkraut das Leben. „Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit“, sagt Kleiner.

Helden nehmen trauriges Ende

Doch die Liebesgeschichte endet unglücklich: Der Pfarrer verbietet ihnen aus Konfessionsgründen die Heirat. Käther muss weiter ledig in ihrer Höhle hausen, wo sie nach Jahren der Entbehrung einsam an einem Schlaganfall stirbt. Auch der Groggatäler nimmt bekanntermaßen kein gutes Ende: Er wird von aufgebrachten Ehingern erschossen.

„So richtige Kinderbücher sind es eigentlich nicht geworden“, sagt Kleiner angesichts der tragischen Ausgänge ihrer Erzählungen. Trotzdem seien die Geschichten über die Helden der Ehinger Fasnet nicht nur bei ihren eigenen Kindern gut angekommen. Die bekannten Märchen der Brüder Grimm seien schließlich auch voller düsterer Ereignisse.

Ab sofort sind die Werke, die Kleiner im Eigenverlag publiziert hat, für je 5 Euro nur im Ehinger Buchladen erhältlich. Als nächstes möchte Kleiner über den Pfanna-Mate schreiben, der wie Käther auf einer historischen Persönlichkeit basiert. „Da steckt eine ganze Familiengeschichte dahinter.“

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