Energie Wind bläst viel stärker als erwartet

Der Bürgerwindpark Ellwangen umfasst drei Windräder mit bis zu 206 Meter Höhe. Nach dem ersten Jahr Regelbetrieb zeigt sich, dass die
Erträge deutlich besser sind als ursprünglich kalkuliert.
Der Bürgerwindpark Ellwangen umfasst drei Windräder mit bis zu 206 Meter Höhe. Nach dem ersten Jahr Regelbetrieb zeigt sich, dass die Erträge deutlich besser sind als ursprünglich kalkuliert. © Foto: xx
Ellwangen / Gerhard Königer 22.01.2018

Ein Jahr Regelbetrieb ist ein kurzer Zeitraum für eine Bilanz. Doch im Bürgerwindpark Virngrund in Hinterlengenberg haben nicht nur die Stadtwerke Ellwangen, sondern auch Bürger über die Energiegenossenschaft Ellwangen viel Geld investiert. Und diese Investoren blicken natürlich gespannt auf die Rotoren, freuen sich, wenn der Wind bläst und die Zahlen über dem Plan liegen.

Und sie sind wirklich gut: In dem Jahr 2017 haben die drei Windkraftanlagen 22,5 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugt. Knapp 22 wurden ins Netz eingespeist, der Rest sind Leitungsverluste beziehungsweise Eigenverbrauch. Den Plan, der auf Grundlage des zehnjährigen Windindex erstellt wurde, hat der Bürgerwindpark nur im August und September leicht unterschritten.

In allen anderen Monaten war man deutlich im Plus. „Der Dezember 2017 war bislang unser bester Monat. Da lag die durchschnittliche Windgeschwindigkeit bei acht Metern pro Sekunde“, berichtet der Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Powolny.

Ein erstaunliches Ergebnis

Entsprechend üppig war der Ertrag: 2573 Megawattstunden. Das sind 1335 MWh (oder 77 Prozent) über dem Plan. Ein erstaunliches Ergebnis, zumal der Dezember gar kein außergewöhnliches Sturmereignis hatte. „Burglind“ zog erst am 3. Januar über die Ostalb und bescherte den Betreibern des Bürgerwindparks zum Jahresbeginn gleich noch mal eine richtig große Tagesleistung. Sehr froh ist Powolny zudem, weil die Verfügbarkeit des Windparks im Durchschnitt bei fast 100 Prozent lag.

„Nicht verfügbar“ ist der Park, wenn die Anlagen trotz Wind abgeschaltet werden. Das war 2017 nur wenige Stunden der Fall. Einmal weil der Strompreis negativ war. „Da haben wir gesagt, wir schalten ab, sonst haben wir nur Abnutzung.“

Im Sommer werden die drei Windräder auch wegen Fledermausaktivitäten abgeschaltet. Powolny sagt, dass dies 2017 den Ertrag um fünf Prozent belastete. Mit Kameras und Sensoren wurde genau registriert, wann wie viele der fliegenden Säugetiere im Bereich der Windräder flatterten. Das Ergebnis wurde bei der unteren Naturschutzbehörde eingereicht mit dem Ziel, die Abschaltzeiten im kommenden Sommer deutlich reduzieren zu können.

Wie hoch die jährliche Ausschüttung für die Investoren am Bürgerwindpark ausfällt, wird derzeit errechnet. Voraussichtlich Ende Februar liegt das Ergebnis vor. Was man jetzt schon sagen kann: Sie wird deutlich höher ausfallen als im Voraus kalkuliert.

Eine der besten Lagen

Für die Energiegenossenschaft Virngrund, die zwölf Prozent am Bürgerwindpark Virngrund hält, wird die Investition in die ­Windenergie zumindest 2017 die mit Abstand ertragreichste sein. Ob es auch in den nächsten Jahren so weitergeht, bleibt abzuwarten.

Stefan Powolny hat über die Honold Windenergie GmbH den Vergleich zu anderen Windkraftstandorten machen lassen. Das Ergebnis: 2017 blieben viele Windstromergebnisse andernorts leicht unter dem Plan. Womit man darauf schließen kann, dass die Anhöhe bei Hinterlengenberg eine der besten Lagen weit und breit ist.

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