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Crailsheim
Crailsheim / Christine Hofmann  Uhr
Die Stadt Crailsheim vergibt Preise für besondere musikalische Aktivitäten von Ensembles und Solisten. Organistin Marie-Luise Freitag erhält einen Preis für ihr Lebenswerk.

Die Crailsheimer Musikszene ist außerordentlich rührig. Das bewies einmal mehr die Musikerehrung, zu der die Stadt vergangene Woche in den Ratssaal eingeladen hatte. Denn hier gab es nicht nur Preise für besondere musikalische Leistungen und anerkennende Worte für beharrliches Üben und Praktizieren, sondern auch Kostproben der Nominierten und Preisträger.

Den Titel Musiker des Jahres 2018 darf Ulrich Hoffmann tragen, der schon in jungen Jahren mit dem Gitarrenspiel begann, sich in München und Hollywood ausbilden ließ, das Klangschmiede-Tonstudio gründete und in zahlreichen Bands spielte und bis heute spielt. Die Trophäe überreichte ihm sein Vorgänger, der Musiker des Jahres 2017, Profimusiker und Musikpädagoge Roman Harms.

Dass sich Hoffmann der Musik zu hundert Prozent verbunden fühlt und sie seine große Liebe war, ist und bleibt, wie Musikschulleiterin und Moderatorin Barbara Kochendörfer betonte, konnten die zahlreichen Gäste der Veranstaltung live miterleben: Kaum geehrt griff Hoffmann zur E-Gitarre und stimmte ein Solo an, das unter die Haut ging.

Zur Musikgruppe des Jahres kürte die siebenköpfige Jury den Kammerchor Crailsheim unter der Leitung von Bettina Kartak.Der vor 30 Jahren gegründete Chor singt ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Repertoire an weltlichen und geistigen Liedern aus allen Epochen, außerdem Gospels, Jazz, Musicals, Opern und Operetten. Auch große Chorwerke mit Orchesterbegleitung hat er schon aufgeführt.

Bei der Crailsheimer Musikerehrung gab es nicht nur viele Geehrte, sondern auch viel Musik.

Eine besondere Ehrung erhielt Marie-Luise Freitag. Die Organistin hat jahrzehntelang in verschiedenen Kirchen des Kirchenbezirks Crailsheim die Gottesdienste mit ihrer Orgelmusik begleitet – Sonntag für Sonntag, bei jedem Wetter und stets pünktlich und zuverlässig, wie Moderatorin Kochendörfer unterstrich. Freitag erhielt dafür einen Preis für ihr Lebenswerk.

Weitere Preise für besondere musikalische Aktivitäten gingen an das Projekt Cho(r)operativer Chor der Käthe-Kollwitz-Schule, das von Annemarie Wagner initiiert und von Roman Harms unterstützt wurde, sowie an den Pianisten Ramin Bahrami. „Als ein international gefeierter Klaviervirtuose gibt Bahrami in Crailsheim nicht nur Konzerte. Er hat im vergangenen Jahr auch einen Einführungs-Workshop zu seinem Konzert für die Konzertgemeinde gegeben“, so Kochendörfer.

Lang anhaltender Applaus

Im Ratssaal spielte Bahrami die Aria aus Bachs Goldberg-Variationen – und erntete lang anhaltenden Applaus.

Der Hornist Robin Probst und sein Klavierbegleiter Rupert Hermann wurden geehrt, weil sie im Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Lübeck einen zweiten Preis errungen hatten. Und auch die Jugendkapelle der Stadtkapelle Crailsheim erhielt eine Ehrung. Sie hatte bei einem Wettbewerb mit 36 Orchestern aus sechs Ländern den vierten Platz belegt.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer dankte allen Musikern für ihr Engagement, das das gesellschaftliche Leben in der Stadt bereichere. Und Roman Harms fügte stellvertretend für den erkrankten Musikdirektor Franz Matysiak in dessen Worten an: „Wir machen gute Arbeit durch die Mühsal, die einzelnen Musiker zu weit mehr als nur der Summe ihrer Stimmen zu führen: Wir formen einen Geist, und wir führen sie zu einer anderen Lebenseinstellung – und wir schaffen in aller Regel Freundlichkeit.“

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