Satteldorf Bürger geben klares „Ja“-Votum ab

Bei der Stimmenauszählung im Satteldorfer Rathaus zeichnet sich bereits ab, dass deutlich mehr Ja- als Neinstimmen abgegeben wurden. Hauptamtsleiter Jürgen Diem (links) zählt die Stimmen zusammen. Rechts: Bürgermeister Kurt Wackler.
Bei der Stimmenauszählung im Satteldorfer Rathaus zeichnet sich bereits ab, dass deutlich mehr Ja- als Neinstimmen abgegeben wurden. Hauptamtsleiter Jürgen Diem (links) zählt die Stimmen zusammen. Rechts: Bürgermeister Kurt Wackler. © Foto: Christine Hofmann
Satteldorf / Christine Hofmann 02.07.2018
Gut zwei Drittel stimmen gegen den geplanten Steinbruch in Bölgental. Das Unternehmen Hippelein spricht von einem Pyrrhussieg.

Während im Wahllokal im Satteldorfer Rathaus Stimmzettel gezählt werden, steigt die Spannung spürbar an. Nur wenige Bürger sind am Sonntag um kurz nach 18 Uhr zur Auszählung gekommen. Doch sie merken schnell, dass sich hier eine deutliche Mehrheit abzeichnet: Die Stapel auf der „Ja“-Seite wachsen schneller als die auf der „Nein“-Seite.

Als Bürgermeister Kurt Wackler 20 Minuten später das vorläufige amtliche Endergebnis verkündet, gibt es keine Zweifel mehr: Der Bürgerentscheid ist angenommen. 67,75 Prozent haben mit Ja gestimmt, 32,25 Prozent mit Nein. Damit muss die Gemeinde nun alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Fläche nahe Bölgental von einem Steinbruch freizuhalten.

Das bei einem Bürgerentscheid nötige Quorum ist erfüllt: Mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten mussten mit „Ja“ stimmen. Es wären 882 Jastimmen nötig gewesen – tatsächlich gab es 1622. „Das ist ein eindeutiges, demokratisch gut gefußtes Ergebnis“, sagt Bürgermeister Kurt Wackler und lobt die hohe Wahlbeteiligung von 54,62 Prozent. Gemeinderat und Verwaltung hätten nun eine klare Vorgabe, wie sie sich in den kommenden Jahren mit der Thematik zu beschäftigen hätten.

Die Bürgerinitiative „Steinbruch Bölgental – Nein Danke!“, die den Bürgerentscheid initiiert hat, freut sich über das deutliche Ergebnis. „Das ist eine gute Unterstützung für die Zukunft“, sagt die Vorsitzende Stephanie Rein-Häberlen. „Wir appellieren an das Unternehmen, den Willen der Bevölkerung ernst zu nehmen und nichts gegen diesen Bürgerwillen durchzusetzen.“

Frank Hippelein, Geschäftsführer der Firma Schön & Hippelein, bedauert den Ausgang des Entscheids. „Das ist ein teuer erkaufter Pyrrhussieg für die Bürger­initiative, weil er zu Ergebnissen führt, die niemand wollte“, sagt er und erklärt, dass die Pläne zur Einrichtung des Steinbruchs fortgeführt würden und möglichst schnell ein Genehmigungsantrag gestellt werden soll. Die Nordumfahrung könne es nun nicht mehr geben.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel