Über 300 Millionen Aufrufe hat das Musikvideo zu „Jerusalema“ des südafrikanischen Sängers „Master KG“ auf Youtube - und während dieses schon seit Dezember 2019 online ist, wird wohl ein nicht geringer Anteil der Klicks aus den vergangenen Wochen und Monaten stammen. Denn aufgrund des Coronavirus erlebt der Song einen zweiten Frühling - und ist viral gegangen. Grund dafür ist die „Jerusalema-Challenge“, bei der weltweit Berufsgruppen oder andere Menschenansammlungen (unter Einhaltung der Corona-Richtlinien) wie in einem Flashmob zu dem Song tanzen, dies filmen und ins Netz stellen. Die Videos sollen in erster Linie den Menschen vor Ort in dieser ungewissen Corona-Zeit Optimismus und gute Laune vermitteln - weshalb nicht wenige der Tänze von Kranken- und Pflegepersonal stammen. Und auch der Landkreis Schwäbisch Hall beteiligt sich. Nachdem das Diak Schwäbisch Hall im Dezember dem viralen Trend folgte, legt nun das Personal des Klinikums Crailsheim nach und hat das Internet ebenfalls mit einem Tanzvideo beglückt, das es in seiner Freizeit aufgenommen hat.
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Youtube Mitarbeiter des Crailsheimer Klinikums verbreiten tänzerisch gute Stimmung

Tanzvideo des Crailsheimer Klinikpersonals erntet viel Lob - und vereinzelte Kritik

Darin sind viele verschiedene Mitarbeiter des Krankenhauses zu sehen, die innerhalb oder außerhalb des Krankenhauses ihre Tanzmoves zeigen oder Hashtags wie „Wir sind für euch da“ in die Kamera halten, um damit Geschlossenheit zu symbolisieren. Auch viele Dankesbekundungen sind in dem Video zu sehen, genauso wie in der Videobeschreibung: „Gemeinsam schaffen wir das. Danke an alle Kollegen für den Zusammenhalt und das Miteinander“. Noch mehr davon finden sich aber in den Youtube-Kommentaren - das Video kommt bei vielen sehr gut an. „Vielen Dank euch allen“, schreibt einer. „Jeder einzelne von euch leistet seinen wichtigen Beitrag, dass das Klinikum funktioniert. Wir brauchen euch!“
„Danke, dass ihr für ein bisschen Freude in Videoform eure eh schon knappe Freizeit geopfert habt“, meint eine andere.
Doch nicht bei allen ruft das Video gute Laune hervor, sondern mitunter Missverständnisse und Kritik. „Weil es sonst nichts zu tun gibt“, beschwert sich ein Kommentator. „Krankenhäuser sind doch voll von Menschen, die an der Covid sterben, oder? Wann hört diese ganze Clownade auf?“ „Die Leichen stapeln sich am Straßenrand, die Wirtschaft wird komplett an die Wand gefahren, der Mittelstand stirbt aus ... und alle beklatschen tanzendes Personal“, meint ein anderer. „Man wird bald wahnsinnig, wenn man die Dummheit der Masse mit anschauen muss!“
Dies lassen aber viele andere Kommentatoren nicht einfach so stehen, darunter auch Klinikmitarbeiter, die sich rechtfertigen: „Das Video wurde an mehreren Tagen für je einige Minuten aufgenommen, so dass nicht zu viele Menschen aufeinander kommen. Alle Mitarbeiter sind aus ihren freien Tagen gekommen, um zu tanzen. Freut euch doch einfach für die Menschen, die sich neben der schweren Arbeit auch Mal ein Lächeln oder einen Tanz gönnen!“ So sehen es auch andere: „Bin echt erschüttert über manche Kommentare unter dem Video. Ich finde es super, dass sie sich in ihrer Freizeit zusammen tun, um ein Lächeln auf unsere Gesichter zu zaubern!“