Höchste Alarmstufe beim Angelsportverein (ASV) Honhardt: Vergangene Woche sank der Wasserspiegel des Tiefensees, der zweitgrößte Angelsee des Vereins, immer weiter ab. Am Donnerstag spitzte sich die Lage dann zu: Etwa zwei Tonnen Karp­fen, Rotaugen und andere Fische drohten zu verenden.
Bemerkt wurde das Absinken des Wasserspiegels am 30. Juli von einem Bewohner der nahen Tiefensägmühle, unterhalb von Main­kling, sagte Klaus Gronbach, 2. Vorsitzender und Gewässerwart des ASV. Der Grund für den Wasserverlust: Im rund fünf Meter hohen Mönch, also dem Ablaufwerk des Sees, war eines der unteren Eichenbretter angebrochen. „Das kommt äußerst selten vor“, erklärte Markus Staiger, ­
1. Vorsitzender des Vereins. An den als Wand übereinander angebrachten Brettern wird normaler­weise das Wasser angestaut.

Eichenbrett bricht durch

Daraufhin ließ der Verein das Wasser nach und nach aus dem See ab – um den vom Wasser erzeugten Druck, der auf das Brett wirkte, zu reduzieren. Vergeblich. Am Mittwochabend brach das Eichenbrett durch. Nun war Eile geboten, der Wasserspiegel sank rapide.
Am Donnerstagmorgen informierte der ASV seine Mitglieder per Newsletter und Telefonkette, dass der See vollends abgelassen werden muss und die Fische he­rausgeholt werden müssen. Noch am gleichen Tag fanden sich knapp 50 Helfer am Tiefensee ein.
Der Großteil der Fische wurde im Tos- oder auch Auffangbecken von Helfern mit Keschern gefangen. Ein Teil der größeren Tiere musste von Hand aus dem schlammigen Untergrund des Sees gesammelt werden, nachdem das Wasser vollständig abgelaufen war.
In Wannen und Körben wurden die Fische zu großen, bis zu 2500 Liter fassenden Transportbehältern gebracht. Von dort ging es für die Tiere in den Frosch-, in den Löffelstelzweiher und in den Krebslachensee, erläuterte Staiger. Nach wenigen Stunden war die Aktion erfolgreich beendet.

Neues Zuhause: leerer Weiher

Dabei hatte der ASV noch Glück im Unglück, und das gleich doppelt, so Gronbach: Zum einen seien im Froschweiher derzeit keine Fische, sodass dort ein Großteil der Tiere des Tiefensees untergebracht werden konnte. Das Gewässer liegt nur ein paar Hundert Meter bachaufwärts.
Zum anderen aber hatte der Verein im Tiefensee auch noch keine Zander in den See eingesetzt, das ist für den Herbst geplant. Einen Umzug wie diesen hätten die empfindlichen Tiere nicht überlebt, sagte Gronbach.
Nun gilt es für den ASV, den Mönch so schnell wie möglich zu reparieren. Einen Tag sollte das etwa dauern, schätzt Gronbach. Danach hofft er auf Regen, damit der Tiefensee zügig wieder vollläuft.