Crailsheim Einfühlungsvermögen ist wichtig

Mareike Töpfer unterrichtet Englisch und Spanisch an der Volkshochschule.
Mareike Töpfer unterrichtet Englisch und Spanisch an der Volkshochschule. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 17.05.2018
Mit Mareike Töpfer bekommt die VHS Verstärkung im Bereich Sprachen. Die Übersetzerin und Dolmetscherin unterrichtet Englisch und Spanisch für Anfänger.

Ich mochte Sprachen schon immer gerne, natürlich auch meine eigene“, scherzt Mareike Töpfer auf die Frage hin, weshalb sie sich nach dem Abitur am Albert-Schweitzer-­Gymnasium für ein Studium zur Übersetzerin und Dolmetscherin entschieden hat. Studiert hat sie in Germersheim, wo es einen renommierten Fachbereich für Dolmetscher gibt. Für sie war das Studium die logische Konsequenz nach Fremdsprachenunterricht, Schüleraustausch nach Pamiers und Bilgoraj und eine Brieffreundschaft in den USA.

„Lehrerin wollte ich nicht werden, dafür war ich viel zu schüchtern“, gibt die heute 36-Jährige zu. Im Zuge ihres Studiums verbrachte sie Auslandssemester in Spanien und England, stellte aber fest: „Es fällt mir schwer, mich kulturell anzupassen, bin zu sehr in meiner heimischen Kultur verankert.“ Auswandern war somit vom Tisch, und nach ihrem Abschluss suchte sie deshalb erst einmal nach einer Festanstellung als Übersetzerin oder Dolmetscherin.

Ein Praktikum in einem Übersetzungsbüro in Köln gibt ihr schließlich jede Menge Eindrücke in die Praxis des von ihr gewählten Berufes. Und aus dieser ­Erfahrung heraus, zusammen mit dem Wissen über selbstständiges Arbeiten, das sie im Studium mitgenommen hat, fasst sie schließlich den Beschluss, frei zu arbeiten und sich auf das Übersetzen zu konzentrieren. „Jetzt bin ich das geworden, was ich nie werden wollte, Freiberuflerin“, sagt sie schulterzuckend, es klingt aber nicht unglücklich. Im Gegenteil. Inzwischen ist die junge Crailsheimerin nicht nur Übersetzerin, sondern gibt Nachhilfe und Unterricht in Firmen und jetzt auch an der Volkshochschule.

„Der Unterricht war eigentlich ursprünglich als Nebenerwerb gedacht“, gibt sie zu, doch sehr schnell mauserte sich dieser Nebenerwerb zur Haupteinnahmequelle. Sie unterrichtete an einem Fremdspracheninstitut hauptsächlich Erwachsene. Leicht fiel ihr der Einstieg nicht, weshalb sie zuerst mit Einzelunterricht begann und sich schließlich über Kleingruppen zu kleinen Klassen voranarbeitete. „Ich war mir einfach nicht sicher, ob es mit einer größeren Gruppe klappt, weil mir Pädagogik, und Didaktik von der Universität her fehlten“, blickt sie auf ihre Zweifel zurück.

Doch ein positives Erlebnis mit ihrer ersten Schülerin und viel autodidaktischer Fortbildung später, traute sie sich zu, vor einer größeren Klasse zu stehen und freute sich sogar darauf. „Ich versuche, mich in die Menschen hineinzuversetzen und Feedback zu geben“, beschreibt sie ihren Ansatz.

Die Idee an die Volkshochschule zu gehen, kam ihr zusammen mit einer Freundin, die dort ebenfalls Sprachkurse geben wollte. Der Gedanke, jemanden zu haben, der die gleiche Erfahrung macht und sich darüber austauschen zu können, gefiel der jungen Kursleiterin. Doch es kam anders. Die Freundin wechselte kurzfristig den Wohnort. Die Bewerbung an der Volkshochschule war aber bereits eingereicht, also beschloss Mareike Töpfer das Kursangebot aufrechtzuerhalten.

Seit Februar laufen an der Volkshochschule ihre ersten Kurse und das Zwischenfazit, das sie zieht, fällt positiv aus. Das Schüchterne und die Hemmungen hat Mareike Töpfer inzwischen abgelegt und sie sagt verschmitzt: „Ich hab mich weiterentwickelt.“ Für den Sommer ist ein Intensivkurs in Englisch geplant und ihre anderen Kurse sollen weiterlaufen im neuen Semester. Den Rest ihrer Zeit verbringt sie mit Übersetzungen, und bekommt dafür Aufträge aus ganz Deutschland. Mit dieser Mischung ist Mareike Töpfer sehr zufrieden.

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