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Crailsheim
Crailsheim / Birgit Trinkle  Uhr
Die Gerhard Schubert GmbH erweitert in Richtung Norden und übernimmt alle Kosten für die notwendige Verlegung der Dr.-Bareilles-Straße. Der Gemeinderat hat dem einstimmig zugestimmt.

Ein deutlicheres Bekenntnis zum Standort ist kaum denkbar: Die Firma Gerhard Schubert, Marktführer im Bereich der digitalen Verpackungsmaschinen, investiert etwa 30 Millionen Euro in eine Erweiterung. Aber auch die Stadt bekennt sich zum Unternehmen, das 950 der weltweit rund 1300 Mitarbeiter in Crailsheim beschäftigt: Für diese Erweiterung darf Schubert die Dr.-Bareilles-­Straße, die ja auch die Landesstraße 2218 Richtung Dinkelsbühl ist, um bis zu hundert Meter nach Norden verlagern.

Erweiterung der Gerhard Schubert GmbH ist seit fünf Jahren in Planung

Zu dieser Erweiterung des bestehenden Firmengeländes in der Hofäckerstraße sieht das Unternehmen keine Alternative. Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die bestehende Fläche nicht ausreicht. Erste Gespräche mit der Stadt Crailsheim über die Erweiterung fanden 2014 statt. „Richtig klar war dann 2016, dass wir die Erweiterung brauchen“, so Bärbel Beyhl, Assistentin der Geschäftsleitung.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen Abstecher zum Weltmarktführer Schubert nach Crailsheim gemacht.

Bereits 2017 hatte sich der Gemeinderat mit dem Vorhaben befasst. Dann hat sich aber der Abgrenzungsbereich und damit die gesamte Planung verkleinert und verändert. Zudem wurden Bedenken und Anregungen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange eingearbeitet, sodass im Januar ein geänderter Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss notwendig wurde. Das geplante Gewerbegebiet Süd-Ost IV ist nunmehr knapp 4,7 Hektar groß und wird derzeit überwiegend als Ackerland genutzt; rund 2,8 Hek­tar dieser Erweiterungsfläche sollen Bauland sein.

Der Gemeinderat hat dem Vorhaben letztlich seinen Segen gegeben. Jüngst wurde der Erweiterung des Gewerbegebiets nach Norden und damit der Änderung des Flächennutzungsplans einstimmig zugestimmt. Eine Vo­raussetzung dafür war die Zusicherung der Geschäftsführer Gerhard und Ralf Schubert sowie Marcel Kiessling und Peter Gabriel, dass das Unternehmen die Straßenverlegung selbst bezahlen wird.

Die Gerhard Schubert GmbH in Crailsheim hat dem Crailsheimer Klinikum 20.000 Euro gespendet.

Unternehmen übernimmt Kosten der Straßenverlegung

Straßenbaulastträger dieses Teils der Landesstraße Richtung Westgartshausen ist bereits seit einem Jahr die Stadt Crailsheim. Mit einer ebenfalls einstimmig beschlossenen Vereinbarung ist nun auch vertraglich geregelt, dass die bei der Straßenverlegung entstehenden Kosten – einschließlich der Arbeiten an den Randbereichen und der Lärmschutzmaßnahmen rund fünf Millionen Euro – komplett von der Firma Gerhard Schubert übernommen werden.

Stefan Markus, Leiter des Ressort Stadtentwicklung, meint, dank des geplanten 3,5 Meter hohen Lärmschutzwalls seien keine Auswirkungen auf den Kreuzberg zu erwarten, im Gegenteil: Für die Anlieger werde es durch den Wall vermutlich eher eine Verbesserung geben.

Laut Umweltbericht hat das Vorhaben für den Biotopverbund keine besondere Bedeutung; von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung sind lediglich die Hecken im Westen des Gebiets. Der Wall wird für einen Teil der Ausgleichsmaßnahmen genutzt.

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Der Spielplatz Regenbogenland bleibt erhalten

Nicht nur als Spiel- und Freizeitplatz ist das 26.000 Quadratmeter große „Regenbogenland“ am Pamiersring seit vielen Jahren von Bedeutung, auch als Schwerpunkt der Jugend- und Sozialarbeit auf dem Kreuzberg. Entsprechend ist vor allem der im vorderen Breich liegende Spielbereich Thema bei der Verlegung der Dr.-Bareilles-Straße. Der Platz, so die städtische Pressesprecherin Michaela Butz, werde durch die Verlegung der Landesstraße nur im südöstlichen Teil tangiert. „Um den flächenmäßigen Eingriff so gering wie möglich zu halten, wird in diesem Bereich eine Lärmschutzwand und kein Lärmschutzwall erstellt. Der Kinderspielplatz bleibt in der jetzigen Form somit erhalten.“ Lediglich während der Bauzeit, so Butz, könne es zu kleineren Beeinträchtigungen kommen.

Info Gebaut werden eine 5000 Quadratmeter große Montagehalle sowie ein Verwaltungsgebäude – vier Stockwerke, Erd- und Untergeschoss – mit 4400 Quadratmetern. Die Verlegung der Landesstraße beginnt im Oktober und soll bis Juni 2020 abgeschlossen sein. Mit dem Bau der zwei geplanten Gebäude wird gleichzeitig begonnen, Stand heute im Herbst 2020. Beide Gebäude sollen Mitte 2022 fertig sein.