So sehr die Arbeit von Polizisten oft auch aus Routine besteht: Immer wieder geschehen Dinge, mit denen die Ordnungshüter nicht unbedingt rechnen. Und dabei geht es nicht nur um Unfälle, die aufgrund von besonderer verlorener Ladung hervorstechen, sondern mitunter auch um bizarre oder geradewegs surreale Ereignisse. Die 15 kuriosesten dieser Polizeimeldungen, die es im Jahr 2019 im Bereich Crailsheim gab, haben wir euch hier aufgelistet.

Platz 15: Der böse Flaschengeist

Dass uns der Straßenverkehr nervt, haben wir bestimmt alle schon mal erlebt. Vielleicht sind wir auch schon mal ausgerastet. Was allerdings eine damals 31-Jährige in Crailsheim tat, würden sich wohl nur wenige trauen: Ende August warf die Betrunkene vom Fenster ihres Wohnhauses aus Flaschen auf die Straße. Ihre Begründung: Der Verkehr war ihr aufgrund einer Umleitung zu stark gewesen.

Platz 14: Der böse Flaschengeist schlägt zurück

Wo wir gerade bei Flaschen sind: Unzählige solcher landeten schon Anfang August auf der Straße - als ein Lastwagen auf der B290 in Wallhausen rund 500 Bierkästen verlor. Trotz eines Schadens von rund 40.000 Euro und einer langen Sperrung zeigten sich in den sozialen Medien aber viele erleichtert. Denn zum einen wurde niemand verletzt und zum anderen handelte es sich bei dem auf der Straße verlorenen Bier lediglich um alkoholfreies.

Platz 13: „Schweinchen Babe - Die Ab-18-Version“

Ein ebenfalls tragikomisches Ende, allerdings mit stärkerem Tragik-Anteil, nahm ein ähnlicher Unfall im Oktober in Kirchberg. Dort kippte ein Traktor-Anhänger um, der Schweine geladen hatte. Die vermeintlich gute Nachricht: Den Tieren passierte bei dem Unfall nichts. Die bitter-ironische Wendung: Die Schweine waren unterwegs zum Schlachthof gewesen - und mussten diesen letzten Gang nach ihrer kurzen Galgenfrist schließlich doch noch antreten.

Platz 12: Zu wenig MacGyver geschaut

Improvisationstalent kann man vielen Kriminellen sicherlich neidlos zugestehen. Nicht aber dem Unbekannten, der Mitte Februar durch ein Fenster in eine Crailsheimer Schule einstieg. Statt Einbruchswerkzeug mitzubringen, setzte er nämlich auf eine ungewöhnliche Methode: Er zerstörte einen Tisch und versuchte danach mit den Tischbeinen, die Tür zwischen ihm und dem Hausflur aufzubrechen. Dieses stumpfe Vorgehen blieb aber erfolglos - weshalb er sich durch das Fenster wieder aus dem Staub machte.

Platz 11: Alarm für Cobra 11

Darauf hat die Polizei bestimmt besonders allergisch reagiert: Im März gab sich ein 21-jähriger Autofahrer auf der A6 bei Satteldorf fälschlicherweise als Polizist aus - mit Hilfe eines LED-Blaulicht-Flashers, den er zuvor im Ausland besorgt hatte. Besonders dreist: Statt andere Autofahrer einfach nur mit dem Blaulicht dazu zu bewegen, ihm den Weg frei zu machen, heftete er sich an einen bestimmten Fahrer und versuchte ihn dazu zu bringen, auf dem Standstreifen anzuhalten. Dies schlug aber fehl - und der falsche Polizist ging den echten Ordnungshütern ins Netz.

Platz 10: Kampf der Fantasiefiguren

„Gartenzwerg schlägt Paulchen Panther“: Diese Überschrift verwendete die Pressestelle des Polizeipräsidiums Aalen im März für die Meldung über einen Vorfall in Gerabronn. Aber warum? Hatte die Stadt gewalttätigen Besuch von Fantasiefiguren erhalten? Nicht ganz: Bei den Teilnehmern der Schlägerei handelte es sich lediglich um zwei verkleidete Besucher einer Faschingsparty. Hätte man sich auch denken können: Der rosarote Panther war noch nie bekannt dafür, seine Probleme vornehmlich mit Gewalt zu lösen.

Platz 9: Ein zweifelhafter Liebesbeweis

Schwärmereien für das andere Geschlecht können Männer schon mal zu idiotischen Aktionen anstiften. Was zwei Jugendliche im Januar in Blaufelden anrichteten, sucht aber seinesgleichen. Die Jungs wollten Mädchen beeindrucken und ihnen Mercedessterne schenken - diese mussten sie aber erst besorgen. Auf ihrem „Raubzug“ durch die nächtliche Stadt wurden sie übermütig und demolierten gleich über 50 Autos. Ob sie damit bei den Mädchen landen konnten, ist unbekannt, aber zumindest landeten sie bei der Polizei.

Platz 8: Darf’s ein bisschen Slapstick sein?

Wer kennt sie nicht - die Menschen, die die Städte nach Leergut durchforsten? Während diese Personen aber lediglich einer legitimen Form des Geldverdienens nachgehen, wurde ein Mann Ende Juli in Crailsheim kriminell: Er machte sich in der Nacht auf dem Lagerplatz der Engel-Brauerei an Getränkekisten zu schaffen. Der abgebrühteste Dieb war er aber nicht, im Gegenteil: Als ihn ein Zeuge bei seinem Raubzug in die Quere kam, stürzte er erst von einer Leiter auf Säcke mit Plastikflaschen und ließ auf seiner Flucht auch noch einen Schuh zurück. Ob sein tollpatschiges Verbrechen von Benny-Hill-Musik untermalt wurde, war leider nicht in Erfahrung zu bringen.

Platz 7: Ein tragischer Zufall

Zufälle gibt’s: Dass ein Mann Ende November auf dem Wertstoffhof Blaufelden in einen Container gestürzt und sich dabei schwer verletzt hat, ist eine tragische Sache und nicht zum Spaßen. Weshalb wir diese Meldung aber in die Top Ten genommen haben, ist ein verblüffender Aspekt der Geschichte: Auf denselben Tag genau vor vier Jahren war schon einmal ein Mann auf dem Blaufeldener Wertstoffhof in einen Container gestürzt. Dass die Gründe dafür und die Sicherheit auf dem Wertstoffhof analysiert werden sollte, versteht sich von selbst.

Platz 6: Angriff der Killertomatendiebe

Im von hochkalibrigen Verbrechern nur wo wimmelnden Crailsheimer Raum dachte man im Mai 2018, dass es eigentlich nicht mehr schlimmer kommen konnte: Damals hielt die Welt den Atem an, als die Polizei verkündete, dass sage und schreibe eine Traube gestohlen worden war. Doch wenn ein Satz der Wahrheit entspricht, dann dieser: Es geht immer noch schlimmer. So schufen Unbekannte im August in Satteldorf einen neuen Maßstab an menschenverachtender Kriminalität, als sie mehrere Kilogramm Cocktail- und Fleischtomaten von einem Freigelände abernteten und mitnahmen. Der entstandene Schaden von mehreren hundert Euro war im Vergleich zu den wenigen Cent für die Traube gewaltig - noch viel größer war aber die Furcht, die sich in den Wochen nach dem Verbrechen über die Stadt legte.

Platz 5: Dieser Diebstahlversuch war ku(h)ltig

Hätten wir im Dezember schon früher eine Top-Liste der Polizeimeldungen erstellt, wäre uns diese womöglich herausgefallen. Das wäre aber tragisch gewesen, denn die Geschichte um einen Betrunkenen, der vor einer Woche in Frankenhardt erfolglos versuchte, einen Traktor zu stehlen und dabei von Kühen „verpfiffen“ wurde, hat abseits dieser Details noch einiges mehr zu bieten.

Platz 4: Freitag der 13. ohne Jason

Ebenfalls vor rund einer Woche ereignete sich in Gerabronn ein Vorfall, bei dem sich viele hinterher sicherlich gefragt haben: „Wie konnte denn das passieren?“ An einer Schule erhielten Schüler und Lehrer am Freitag den 13. - vermutlich aufgrund eines defekten Stromkabels - einen elektrischen Schlag, als sie die Eingangstür berührten. Allerdings handelte es sich dabei um gleich 27 Schüler und zwei Lehrer - und es war kein einzelner Vorfall. Wie die Polizei mitteilte, bekamen die Unglücklichen hingegen hintereinander immer wieder eine gewischt. Der Grund, warum das nicht sofort sondern erst nach mehreren Minuten auffiel: Anders als bei drei Schülern und einen Lehrerin, die ins Krankenhaus mussten, war der Schlag bei den meisten so geringfügig, dass er wohl keine sofortige Panik und Warnung auslöste.

Platz 3: Indiana Jane besucht Crailsheim

Jetzt sind wir in den Top Drei, weshalb wir den Kuriositätsfaktor noch mal ein wenig erhöhen. Und nichts anders als sehr kurios ist die Geschichte einer Dreijährigen, die im August in Ilshofen erst verschwand und kurz darauf in Crailsheim auftauchte. Was war passiert? Das Kind war nach einem Umzug unerkannt in einen Anhänger geklettert und hatte darin rund 20 Kilometer zurückgelegt, bis es in Jagstheim von Verwandten entdeckt wurde. Das Mädchen wurde unbeschadet zu seiner besorgten Mutter zurückgebracht - und wird in seinem späteren Leben wohl Abenteurerin werden.

Platz 2: Gegen diesen Hund ist Kommissar Rex ein Witz

Auch die folgende Geschichte handelt von einem ungewöhnlichen Vermisstenfall, ist aber noch weitaus verblüffender und erinnert daher eher an eine Geschichte aus „X-Factor: Das Unfassbare“. So entlief ein Hund Ende August aus dem Crailsheimer Tierheim. Das Tierheim meldete den Vorfall der Polizei - die aber gar nicht lange suchen musste. Denn Stunden später tauchte der gesuchte Hund unmittelbar neben einem duschenden Polizisten im Keller des Polizeireviers auf. Um dies zu schaffen, hatte das Tier einen kurzen Moment abpassen müssen, in dem die Hintertür zum Hof des Reviers offen stand. Vielleicht wollte der Hund nach seiner Ausreißertour ja „gefasst“ und mit einer Polizeieskorte zurückgebracht werden - freilich erst, nachdem er sich in jenem heißen Sommer erst mal unter der Dusche abgekühlt hatte.

Platz 1: Brennpunkt Kreuzberg

Bei der Nummer eins der kuriosen Polizeimeldungen betrügen wir eigentlich ein wenig, denn im Grunde handelt es sich dabei um einen ganzen Haufen an Polizeimeldungen. Allerdings beziehen diese sich auf denselben Serientäter, der Crailsheim 2019 wie kein anderer auf Trab hielt - und das ist nicht sarkastisch gemeint. Von Mitte August bis Ende Oktober zündete ein 23-Jähriger insgesamt über zehn leere Kinderwagen an - den Großteil davon im Crailsheimer Stadtteil Kreuzberg und viele davon im Innern von Gebäuden. Fassungslosigkeit, Angst und Spekulationen über das Motiv der Taten beherrschten den Diskurs über das Thema, bis der Schuldige schließlich auf frischer Tat von der Polizei erwischt und verhaftet werden konnte. Und auch fast zwei Monate nach dem Ende der Brandserie hallt diese noch nach - viele werden beim Schieben ihrer Kinderwagen wohl noch lange ein ungutes Gefühl haben.