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Halbmarathon
Aalen / Christine Hofmann  Uhr
Der Geschäftsführer von SDZ Events und Messen in Aalen, Wolfgang Granjean, begann mit dem Laufen, um gesund und fit zu werden – und löste einen Hype aus.

Der Erfinder der Aktion Lauf geht’s hat nicht nur sich selbst, sondern inzwischen mehrere Tausend Menschen zum Laufen gebracht. Jetzt will Wolfgang Granjean (52) Menschen im Landkreis Schwäbisch Hall fit machen.

Wie ist Ihre Halbmarathon-Zeit, Herr Grandjean?

Wolfgang Granjean: Ich laufe je nach Trainingsstand zwischen 2:15 Stunden und 2:25 Stunden.

Sind Sie damit zufrieden oder trainieren Sie auf ein bestimmtes Ziel hin? Wollen Sie die knapp 22 Kilometer mal unter zwei Stunden laufen?

Mir reicht das völlig. So blöd das vielleicht klingt: Ich laufe, damit ich nicht zu fett werde und gesund bleibe. Als Hobbykoch liebe ich mehrgängige Menues. Das hat dazu geführt, dass meine Hemdengröße zwischenzeitlich bei „comfort fit“ lag. Das ist die höfliche Umschreibung der Modeindustrie für Dicke. Seit ich regelmäßig laufe, habe ich zehn Kilo an Gewicht verloren, weniger Rückenschmerzen und konnte Blutdrucksenker absetzen.

Wie sind Sie eigentlich zum Laufen gekommen?

Ich war in der Jugend sportlich sehr aktiv. Aber mit dem Studium, der Arbeit, dem Haus und den Kindern blieb kaum noch Zeit. 20 Jahre später stellt man fest, dass man 20 Kilo mehr wiegt, mit Rückenschmerzen und Bluthochdruck kämpft. Da habe ich mir gedacht: Friss keine Pillen. Mach lieber Sport. Laufen bot sich an. Vor allem, wenn man sonst beruflich viele Termine hat. Da muss man sich nicht an feste Zeiten halten und kann es überall „einschieben“.

Lauf geht‘s bringt Einsteiger, Wiedereinsteiger, und „Schlank-und-fit-­werden-Woller“ in sechs Monaten zum Halbmarathon.

Und dann haben Sie daraus ein Programm gemacht. Wie ist die Idee zu „Lauf geht‘s“ entstanden?

Ich habe beim Laufen anfangs so ziemlich alles falsch gemacht. Wenn man keinen Plan hat, keine Methodik und keine Unterstützung, trainiert man sich eher kaputt, als dass man etwas für die Gesundheit tut. Da kam mir die Idee, daraus eine Zeitungsaktion zu machen. Mit einem erfahrenen Sportwissenschaftler, der auch Sportler wie den Zehnkampf-Europameister Arthur Abele betreut. Die Idee ist eigentlich ganz einfach: Wir nutzen die Methoden aus dem Profisport und haben daraus ein Gesundheitsprogramm für Einsteiger und Wiedereinsteiger entwickelt. Es führt langsam und mit Bedacht an den Sport heran ohne zu überfordern. Dabei ist es kein Lauf-, sondern eher ein Gesundheitsprogramm. Es kombiniert modernste Trainingsmethodik mit neuester Ernährungslehre und ganz vielen Motivationshilfen.

Wie viele Menschen sind über „Lauf geht‘s“ inzwischen zu Läufern geworden?

Wir haben in den vergangenen Jahren über 5000 Menschen zum Halbmarathon gebracht. Und das Schöne ist, fast alle laufen weiter. Nicht unbedingt die lange Strecke. Aber der Sport gehört wieder in ihr Leben.

Macht Sie das ein bisschen stolz?

Als wir vor fünf Jahren das Programm in Aalen aufgelegt hatten, hätte keiner der Beteiligten geglaubt, dass es so einschlägt, und heute an zwölf Standorten bundesweit „Lauf-geht’s“ stattfindet. Und ja, ich gebe zu, dass da in meiner Freude auch ein bisschen Stolz mitschwingt.

Hat das Laufen Ihr Leben verändert?

So weit würde ich nicht gehen. Das klingt mir zu hochtrabend. Ich werde oft gefragt, ob ich durch das Laufen glücklicher geworden bin. Die Antwort lautet: Nein! Glück definiert sich bei mir, ob es meiner Familie gut geht, ob ich gesund bin, ob mir mein Job Spaß macht... Das Laufen macht mich ausgeglichener. Wenn ich nach der Arbeit noch eine Runde laufe, verarbeite ich dabei den ganzen Tag im Kopfkino. Ich laufe mir sozusagen den Stress von der Seele.

Wie bei so vielen Dingen gilt sicher auch beim Laufen: Das Zauberwort heißt Regelmäßigkeit. Wie kann es gelingen, den Sport in den Alltag zu integrieren?

Ein wenig Disziplin gehört schon dazu. Ich plane jede Woche feste Zeiten, um zwei- bis dreimal zu laufen. Sonntags morgens mache ich meine langen Läufe. Oft nutze ich auch die Mittagspause und laufe aus dem Büro raus 45 Minuten in den Wald. Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache. Aber bislang haben sich die Kollegen noch nicht beschwert, es würde hinterher nach Schweiß müffeln.

Ist es besser morgens oder abends zu laufen? Oder spielt das gar keine Rolle... Hauptsache laufen?

Hier gibt es kein richtig oder falsch. Jeder sollte schauen, wie es in seinen Zeitplan passt. Ich persönlich laufe lieber frühmorgens. Raus aus dem Bett und ab in die Laufschuhe. Hinterher fühlt man sich richtig wach und frei. Andere schwören darauf, abends nach der Arbeit zu laufen. Dann spielen sie den Tag noch einmal in Gedanken durch und laufen sich den Frust von der Seele.

Was tun Sie, wenn sich der innere Schweinehund meldet?

Das kommt natürlich auch vor. Wenn man mal absolut keinen Bock hat, lässt man halt fünf gerade sein und setzt aus. Der Körper sagt einem damit vielleicht, dass er jetzt Zeit zur Regenera­tion benötigt. Und die ist ebenso wichtig wie das Training.

Nun startet „Lauf geht‘s“ in Schwäbisch Hall, Crailsheim und Gaildorf. Auf was dürfen sich die Teilnehmer freuen?

Auf ein Programm, das sie langsam an die neue Belastung heranführt, ohne zu überfordern. Das eben nicht nur „Laufen“ ist. Es beinhaltet auch Mobilisations- und Stabilisationsübungen. Es hat Tipps zur entzündungssenkenden Ernährung. Wer mitmacht, nimmt mindestens fünf Kilo ab und fühlt sich später frischer und freier. Im ersten Vortrag „Gesundlaufen ohne Leistungsdruck“ am 20. Februar in Schwäbisch Hall, am 25. Februar in Crailsheim und am 4. März in Gaildorf werde ich die Inhalte vorstellen. Ich freu’ mich drauf, Sie in die wunderbare Welt des Laufens zu entführen.

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Die Aktion „Lauf geht’s“ wird auf Infoabenden in Schwäbisch Hall, Crailsheim und Gaildorf vorgestellt.