Man bekommt wirklich ganz schlecht Luft. Jetzt weiß ich, warum Corona bei alten und kranken Menschen zum Tod führen kann“, schreibt der FDP-Landtagsabgeordnete Stephen Brauer aus Crailsheim am Samstag auf Facebook. Am Tag zuvor war der Politiker wegen zunehmender Atemnot ins Krankenhaus eingeliefert worden. Auch Brauer hat sich den Coronavirus eingefangen, gehört zu den neun Menschen, die derzeit (Stand gestern Nachmittag) auf der Corona-Quarantänestation des Crailsheimer Krankenhauses liegen. Intensiv beatmet werden muss noch keiner dieser Patienten, aber über Zusatzversorgung mit Sauerstoff freut sich nicht nur Brauer.

Unterdessen breitet sich das Virus, das zu einer schweren Erkrankung der Lungen führen kann, auch in der Region mehr und mehr aus. Inzwischen ist bekannt, dass mindestens ein Besucher eines Konzertes am 7. März in der Gaildorfer Kulturkneipe Häberlen infiziert ist. Sollten auch Menschen aus dem Altkreis Crailsheim dieses Konzert besucht haben, und danach erkrankt sein, werden sie dringend gebeten, mit ihrem jeweiligen Hausarzt Kontakt aufzunehmen.

Das Gleiche gilt für Menschen, die am 8. März das Weinfest „Rebenglühen“ in Bretzfeld besucht haben. Mittlerweile ist bekannt, dass mehrere Besucher der Großveranstaltung positiv auf Corona getestet worden sind, darunter ein Mitarbeiter eines Standes. Auch in diesem Fall werden Besucher des Festes, die danach erkrankt sind, gebeten, den Hausarzt zu informieren.

Hohenlohekreis: Die meisten Corona-Fälle pro Kopf im Land

Das Ganze geschieht in einem Landkreis, der ohnehin schwer gebeutelt ist von dem Virus, der der Kreis mit den meisten Fällen pro Kopf in Baden-Württemberg ist. Am Wochenende fuhren Fahrzeuge von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rotem Kreuz durch Ortschaften im Hohenlohekreis, und riefen die Bewohner per Lautsprecherdurchsage dazu auf, zuhause zu bleiben. In einem Brief an alle Bürgerinnen und Bürger schreibt Landrat Dr. Matthias Neth: „Was wir aktuell von Ihnen abverlangen, dient einzig und alleine Ihrem Schutz und kann Leben retten. Es kommt jetzt auf jeden Einzelnen von uns an.“

Unterdessen sind rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes in Künzelsau sieben Tage die Woche im Schichtdienst damit beschäftigt, die Corona-Lage im Hohenlohekreis in den Griff zu bekommen. Aus allen Verwaltungsbereichen wurde Personal abgezogen, um diese „Mammutaufgabe“ (Pressemitteilung) erfüllen zu können. Die Konsequenz aus dieser Fokussierung: Der sonstige Dienstbetrieb des Landratsamtes ist stark eingeschränkt.

Die Corona-Hotline des Landratsamtes in Schwäbisch Hall ist an Werktagen von 9 bis 18 Uhr erreichbar unter 0791 / 755-7400.

Interaktive Corona-Echtzeitkarte: Aktuelle Zahlen zu Infektionen und Toten

Damit ihr in der Corona-Krise auf dem aktuellen Stand bleibt, findet ihr im unten stehenden Artikel eine interaktive Echtzeitkarte. In dieser könnt ihr euch jederzeit die neuesten Zahlen zu den Infizierten und Toten in ganz Deutschland ansehen.