Das Zollernalb Klinikum meldet nach wie vor steigende Patientenzahlen: Der Kreis ist stärker von Corona betroffen als andere Regionen. Das sagte der Leitende Oberarzt in der Notaufnahme, Dr. Oliver Kinder, am Montag in der neuesten Folge des gemeinsamen Corona-Podcasts von Zollernalb Klinikum und dem Zollern-Alb Kuriers. „Wir sehen eine Besonderheit für den Zollernalbkreis“, so Kinder. „Einige Landkreise in Baden-Württemberg, die stark von Covid-19 betroffen waren, zeigen eine deutlich abflachende Kurve oder eine sinkende Tendenz.“

Auswirkungen durch das Osterfest

Im Zollernalbkreis indes beobachte man noch immer einen linearen Anstieg erkrankter Menschen, erklärt Kinder. Zwar würde auch die Zahl der Genesenen steigen, doch die Zahl der neu Infizierten steige bislang vergleichbar. Auch die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten in der Klinik sei am vergangenen Wochenende noch einmal gestiegen.

Die Vermutung des Mediziners: „Vielleicht dem geschuldet, dass an Ostern schönes Wetter war und die Menschen vielleicht doch noch mal in Gruppen zusammen unterwegs waren.“ Darüber hinaus sehe man, dass die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner „außerordentlich hoch“ sei.

Appell für Mund-Nase-Masken

Dennoch hoffe man, dass die Kurve auch im Zollernalbkreis demnächst noch stärker sichtbar nach unten zeige. Dr. Otto Tschritter, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, appellierte erneut an die Bevölkerung, die Mundschutzpflicht ernstzunehmen – und äußerte sich zur Diskussion darüber, die auch unter Medizinern stattfinde: Alle Experten, die sich zuletzt intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben, seien sich einig, dass das Tragen von Alltagsmasken einen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten könne. Die Mediziner betonen, dass sich die Studienlage angesichts der völlig neuen Krankheit häufig ändere. Anlass zu Häme sei dies allerdings nicht, betonte Kinder.

Informationsquellen kritisch prüfen

Mit Blick auf ausufernde Facebook-Diskussionen über das Virus und kursierende Falschnachrichten empfehlen die beiden Ärzte das Robert-Koch-Institut, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und Tageszeitungen als sinnvolle Quellen. Man müsse hinsichtlich der Quellen, denen man zur Coronakrise vertraue, „tatsächlich relativ kritisch“ sein, sagte Chefarzt Tschritter.