Fest steht: Der Tod des jungen Mannes hatte am Montag dieser Woche mit dazu geführt, dass die Bundesregierung die Astrazeneca-Impfungen vorübergehend ausgesetzt hatte. Der 24-Jährige war vergangene Woche mit schweren Blutungen in der Uniklinik Tübingen verstorben. Weil bei dem Patienten eine Kombination aus Thrombosen zusammen mit einem Mangel an Blutplättchen auszumachen war, hatten die Mediziner den Fall umgehend an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet, wie die Klinik auf Anfrage bestätigte.

Vor allem jüngere Frauen scheinen betroffen

Laut Paul-Ehrlich-Institut war der junge Albstädter einer der sieben Patienten, auf die sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn berufen hatte, als er am Montag den Impfstopp verhängt hatte. Dabei hatte es sich um sechs jüngere Frauen und den Verstorbenen aus Albstadt gehandelt. Die Fälle hätten sich als „vergleichbare Muster“ dargestellt. Michael Bamberg, Chef der Uniklinik Tübingen, sagt jedoch, die Blutungen des jungen Mannes würden „absolut nicht ins Schema“ der bisherigen Berichte über Thrombosen passen. „Es gibt bislang keinen gesicherten Nachweis, dass sein Tod mit der Impfung zusammenhängt.“

Zusammenhang mit Impfstoff: „reine Spekulation“

Generell sei angesichts des Gesamtbilds gleichwohl nicht auszuschließen, dass dieses für eine Immunreaktion spricht. Der 24-jährige Pfleger war einige Tage zuvor mit Astrazeneca geimpft worden. Prof. Dr. Tamam Bakchoul, der den Verstorbenen behandelt hatte und an den Ursachen forscht, warnt jedoch nun ebenfalls nachdrücklich vor möglicherweise voreiligen Schlüssen. Sie seien zum gegenwärtigen Zeitpunkt „reine Spekulation“, sagte er aktuell in einem „Spiegel“-Interview.

Betroffenheit über Tod des jungen Mannes aus Albstadt

Die Anteilnahme am tragischen Tod des jungen Mannes ist groß, in sozialen Netzwerken bringen viele ihr Mitgefühl zum Ausdruck, und auch den Zusammenhang mit Astrazeneca ins Spiel. Doch auch die Experten der Europäischen Arzneimittel-Agentur und des Paul-Ehrlich-Instituts betonten am Donnerstag, dass die Untersuchungen bei den „Verdachtsfällen“ noch nicht abgeschlossen seien.

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