Es ist ein durchaus beeindruckendes Bild, das sich im Keller des Gerabronner Gymnasiums bietet: ein großes Blockheizkraftwerk (BHKW), drei Gaskessel, fünf Pufferspeicher, unzählige Leitungen, Ventile, Knöpfe – es brummt, es ist warm, der Winter kann kommen. 740.000 Euro hat die neue Anlage gekostet, die Strom erzeugt und Wärme für die Schule, die Stadthalle, das Hallenbad, den Kindergarten „Zeppelineck“ und das sanierte alte Rathaus. 260.000 Euro davon kamen vom Land, der Rest bleibt an der Stadt hängen.

Rückblick: Die Stadtwerke Crailsheim hatten bereits 20 Jahre lang in der Schule Wärme erzeugt. Die Anlage – teils gas-, teils ölbetrieben – gehörte dem Unternehmen, die Stadt nahm Wärme für Schule, Halle und Bad ab. Als der Vertrag auslief, plädierte Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm dafür, dass die Stadt selbst in die Bütt geht. Nur so war eine Förderung drin, und langfristig sollte das Vorgehen Geld sparen. Die endgültige Entscheidung traf der Gemeinderat im Oktober 2017 unter Schumms Nachfolger Christian Mauch. Die Stadtwerke wurden mit Planung, Ausschreibung und Betriebsführung beauftragt.

Im Mai begannen die Bauarbeiten, jetzt sind sie beendet. „Alles planmäßig“, sagt Anna Brenner von den Stadtwerken – und das, obwohl das Programm doch durchaus „knackig“ gewesen sei. „Das war vor Kurzem noch ein alter Heizraum“, bestätigt der Gerabronner Bauamtsleiter Kay Sautter. „Jetzt ist alles neu. Die Stadtwerke hatten einen guten Zug, die Handwerker auch.“ Und Bürgermeister Christian Mauch freut sich, „dass wir mit dem Projekt auch einen Beitrag zur Energiewende leisten können“. Das gasbetriebene Blockheizkraftwerk hat eine elektrische Leistung von 142 Kilowatt und eine thermische Leistung von 216 Kilowatt.

„Wir rechnen mit einer Erzeugung von 600.000 Kilowattstunden Strom im Jahr“, sagt Brenner. „Das hängt aber auch davon ab, wie viel Wärme gebraucht wird.“ Das Blockheizkraftwerk trägt die Wärmegrundlast, die Gaskessel sichern die Versorgung in Spitzenzeiten oder wenn das BHKW mal ausfallen sollte.

Über eine 300 Meter lange Fernleitung sind der Kindergarten und das Rathaus angeschlossen. Letzteres ist so gut wie fertig – ungefähr ein halbes Jahr früher als geplant. Noch im Dezember will die Stadtverwaltung von ihrem tristen Zweckbau in das historische Schmuckkästchen umziehen. Wer weiß, wie gut Handwerker derzeit mit Arbeit eingedeckt sind, der kann ermessen, wie ungewöhnlich eine solche Baubeschleunigung ist. Sautter spricht von einer „sehr guten Bauleitung“ der Firma Kraft + Kraft. „Da wurde wahnsinnig viel Energie eingesetzt.“ Und er gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn es um das neue alte Rathaus geht: „Es ist eines unserer schönsten Gebäude in Gerabronn, und es ist wirklich ein Geschenk, dass wir da rein dürfen. Ein Traum.“