Energie braucht jeder – egal ob zum Heizen oder als Strom für den Haushalt. Und egal wie sie erzeugt wird, hagelt es Kritik. Das ist auch beim Langenburger Mawell-Resort so, bei dem sich Stadträte und Anwohner um den dabei entstehenden Lärm sorgen.

Auf dem Gelände des Hotels gibt es bereits ein Blockheizkraftwerk, das aus Biogas eines nahen landwirtschaftlichen Betriebs Wärme und Spannung erzeugt. Der Strom wird dabei auch ins öffentliche Netz eingespeist. Allerdings wird nicht rund um die Uhr und bei jedem Wetter die gleiche Menge davon benötigt. Deshalb will man in Langenburg flexibler werden. Bis jetzt arbeitet ein einziges Aggregat in einer umgebauten Garage – rund um die Uhr, damit es die Hotelgäste warm haben und das Wasser heiß ist.

Nun ist geplant, ein eigenes speziell für das Blockheizkraftwerk geeignetes Gebäude auf dem Mawell-Gelände zu bauen. Darin sollen zwei Maschinen ihren Dienst tun, die einzeln je nach Bedarf gesteuert werden.

„So kann je nach Strombedarf im Netz flexibel reagiert werden“, so Hotelinhaber Wolfgang Maier in der jüngsten Sitzung des Langenburger Gemeinderats. Der Stadtrat war bei der Diskussion vom Ratstisch als Befangener abgerückt – beantwortete aber aufkommende Fragen.

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Diskussion um Lärm und Erscheinungsbild

Und die gab’s bereits in der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung von einer Anwohnerin. Sie wollte zunächst wissen, ob die Vergrößerung des Blockheizkraftwerks mit einer Erweiterung des Hotels einhergehe. „Das hat mit dem Hotel gar nichts zu tun“, erklärte Maier. Man könne danach künftig nur mehr Strom fürs öffentliche Netz produzieren, so er wirklich gebraucht werde.

Insgesamt soll am Ende pro Jahr nicht mehr Biogas verarbeitet werden als jetzt, es soll nur gezielter verwendet werden. „Die Kapazität der Biogasanlage wird nicht erhöht“, versicherte der Geschäftsmann einzelnen seiner Ratskollegen, die genau das infrage stellten. In ihren Reihen wurde mehr Lieferverkehr zum Hof des Erzeugers befürchtet.

Ein zweites Anliegen brachte die Anwohnerin hervor: Wird die Lärmbelästigung nicht zunehmen, vor allem wenn mindestens ein Aggregat auch rund um die Uhr laufe? Maier beruhigte: Zum einen werde das neue Gebäude tiefer im Erdreich liegen, zum anderen mit einer speziellen Lärmdämmung versehen. Bis jetzt habe es keine Beschwerden gegeben, obwohl die Maschine nur in einer Garage laufe. „Und da ist das Hotel direkt nebendran“, gab er zu bedenken.

„Außerdem gibt es ein Gutachten, das zeigt, dass die zulässigen Lärmgrenzwerte für Wohngebiete unterschritten werden“, schaltete sich Bürgermeister Wolfgang Class ein. Das wollte Stadtrat Johann Pollanka nicht glauben. „Die Kapazität des Blockheizkraftwerks wird verdoppelt. Da nimmt der Schall sicher zu“, sagte er. Class entgegnete, dass es Messungen geben werde. „Wenn Grenzwerte überschritten werden, muss der Betreiber handeln“, so der Schulz.

Außerdem bemängelte Pollanka, dass der Neubau optisch wie ein Industriegebäude erscheine. Stadtrat Friedrich Rath gefiel der zehn Meter hohe Schornstein nicht. „Die Bäume im Wald dahinter sind höher, der fällt wenig auf“, war sich Maier sicher. Am Ende stimmte nur Pollanka gegen den Bauantrag.

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