Hans-Joachim Feuchter, Fraktionsvorsitzender der Grünen/ÖDP im Kreistag, hat sich in einem Brief an Landrat Gerhard Bauer gewandt. Darin spricht er sich im Namen der Fraktion für die Aufnahme von unbegleiteten Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern aus: „Wir möchten Sie bitten, gegenüber dem Land Baden Württemberg beziehungsweise dem federführenden Innenministerium die Bereitschaft und Möglichkeit des Landkreises Schwäbisch Hall zur Unterbringung einer begrenzten Anzahl von Kindern aus griechischen Lagern zu signalisieren.“

Es sei weder christlich noch human vertretbar oder sinnvoll, eine Lösung der Probleme auf die EU und nötige Vereinbarungen zu schieben. „Das hat schon bisher über Jahre nicht funktioniert und wird es auch künftig nicht tun“, meint Feuchter. Selbst die Entsendung von Medikamenten und Nahrungsmitteln oder Ähnlichem gehe an den realen Unterbringungs- und Lebensverhältnissen vorbei. „Es geht nicht nur ums Essen und um irgendeine Form der Selbstmedikamentierung, denn Ärzte und medizinisches Personal fehlen doch zum Beispiel gleichfalls.“

München

In leistbarem Maß aufnehmen

„Die deutsche Bevölkerung hat nach dem Zweiten Weltkrieg nur durch Hilfe von außen überlebt“, so Feuchter weiter. Daraus erwachse bis heute eine besondere Verantwortung. „Mir und uns ist es daher wichtig, dass wir an das Land dieses Signal geben, solche Flüchtlingskinder in einem leistbaren Maß bei uns aufnehmen zu wollen.“ Für deren Entwicklung seien Verhältnisse wie auf den griechischen Inseln eine Katastrophe. „Die so entstehenden Deformationen werden uns in ein oder zwei Jahrzehnten einholen und viel mehr Kosten und Mühen verursachen als eine gegenwärtige Aufnahme, die für uns letztlich kein wirkliches Problem darstellt“, behauptet Feuchter.