Gerabronn Garten der Begegnung in der Innenstadt

Wo gegossen wird, da kann was wachsen – im besten Fall auch ein nachhaltiges Miteinander.
Wo gegossen wird, da kann was wachsen – im besten Fall auch ein nachhaltiges Miteinander. © Foto: Hauke-Christian Dittrich
Gerabronn / Sebastian Unbehauen 04.01.2019

Im Garten kann man schaffen, der Garten ist ein Rückzugsort, das Gärtnern hat für viele Stressgeplagte eine fast schon therapeutische Wirkung – und im Garten können nicht nur Pflanzen, sondern kann auch Gemeinschaft wachsen. All das zusammengenommen steckt hinter der Idee eines Gartens der Begegnung, die der Gerabronner Flüchtlingskoordinator Patrick Staack gerne zur Realität werden lassen möchte. Flüchtlinge und alle anderen Bürger sollen an diesem Ort eigene Beete bestellen und im Gemeinschaftsbereich zusammenkommen.

Verbündete hat Staack im Gemeinderat gefunden. Das Gremium beschloss in seiner jüngsten Sitzung, den abgeräumten Teil des Geländes der ehemaligen Gärtnerei Munzinger, das der Stadt gehört, für das Projekt zur Verfügung zu stellen – und zwar pachtfrei. Die Fläche liegt im Herzen der Stadt, in unmittelbarer Nähe zum sanierten Rathaus.

Bürgermeister Christian Mauch stellte in Aussicht, dass es eine kleine Anschubfinanzierung über das Programm „Gemeinsame Vielfalt“ des Landkreises geben könnte – zumindest für die Anschaffung von ein paar Gartengeräten.

Stadtrat Markus Autenrieth zeigte sich begeistert: „Das ist eine sagenhafte Idee. Ich könnte mir vorstellen, dass wir da eine Belebung hinkriegen.“ Auf jeden Fall werde die Kommunikation in der Stadt gefördert. Das Ganze sei somit eine echte Bereicherung für Gerabronn. Autenrieth regte eine biologische Bewirtschaftung der Gärten an. Heidegret Mayer sprach vom „Open Gardening“ als einer Bewegung, die derzeit voll im Trend liege – und biologische Bewirtschaftung auf jeden Fall voraussetze. Sie schlug vor, den Naturschutzbund mit ins Boot zu holen. Das Projekt könne ein weiterer Impuls für die Belebung der Innenstadt sein, schließlich handle es sich gerade nach der Reaktivierung des alten Rathauses um eine sehr öffentliche Fläche.

Beate Hanselmann hatte die Idee, auch Hochbeete für Menschen im Rollstuhl anzulegen, Jutta Meinikheim sprach von einer „ganz tollen Idee“ an einem dafür idealen Platz.

„Ist der Platz wirklich so ideal?“, fragte derweil Matthias Steck. Schließlich könne es durchaus sein, dass die Stadt auf der Fläche – immerhin ein innerstädtisches Filetstück – in absehbarer Zeit anderes plane. Bürgermeister Mauch antwortete darauf, er wolle von Anfang an mit offenen Karten spielen. Natürlich könne es sein, dass eventuell in nicht ganz ferner Zukunft ein Umzug des Projekts anstehe. Eine Fläche würde man dann finden, wenn natürlich auch weniger zentral. „Vielleicht sagen wir aber auch: Die Bereicherung für Gerabronn ist so groß, dass wir auch die restlichen Gewächshäuser wegreißen und das Projekt an der Stelle vergrößern.“

Der Rat beschloss einstimmig, die Fläche zur Verfügung zu stellen. Mauch: „Ich bin gespannt und freue mich drauf.“

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