Kommunikation Die Mobilfunk-Lücke von Matzenbach

„Zur besseren Versorgung der Gemeinde Fichtenau“: Am Sportzentrum Matzenbach könnte sich die Telekom einen Mobilfunkmast vorstellen.
„Zur besseren Versorgung der Gemeinde Fichtenau“: Am Sportzentrum Matzenbach könnte sich die Telekom einen Mobilfunkmast vorstellen. © Foto: Jens Sitarek
Fichtenau / Jens Sitarek 06.07.2018
Die Telekom möchte am Sportzentrum einen Sendemast aufstellen. Der Gemeinderat befürwortet dies, er wird aber noch einmal beteiligt, wenn der genaue Standort feststeht.

Eine Tochterfirma der Deutschen Telekom AG betreibt bundesweit ein Mobilfunknetz für Sprach- und Datenübertragung. Dieses wird von fast 40 Millionen Kunden genutzt. In Fichtenau gibt es nun Optimierungsbedarf. Gemeinderat Martin Bleicher bringt es in der Juni-Sitzung des Gemeinderates wie folgt auf den Punkt: „Ein Mobilfunkunternehmen hat festgestellt: Es hat eine Lücke.“

„Zur besseren Versorgung der Gemeinde Fichtenau hat sich die Notwendigkeit für einen neuen Mobilfunksender ergeben“, so steht es in der Vorlage zur Sitzung. Und weiter: „Die Netzplanung sieht einen idealen Standort im Zentrum von Matzenbach mit einem gewissen umliegenden Suchkreis von wenigen hundert Metern. Ein Standort am Sportzentrum Matzenbach wurde bereits durch die Telekom voruntersucht und als geeignet erachtet.“

Am Anfang Fragen zu Punkt 17

Dass nicht alle Matzenbacher sich damit anfreunden können, merkt man an der Zahl der Zuhörer in der Gemeinderatssitzung. Einige melden sich gleich in der Bürgerfragestunde am Anfang zu Wort, ausführliche Antworten auf ihre Fragen gibt es allerdings erst drei Stunden später. Das Thema „Genehmigung der Montage eines Mobilfunk-Sendemasten“ ist Tagesordnungspunkt 17.

„Ein Büro, das für die Telekom die Standortsuche macht, ist auf uns zugekommen“, sagt Ortsbaumeister Alfons Fischer. Aber: „Der Standort steht noch nicht fest“, betont Bürgermeisterin Anja Wagemann. Ein Zeichen, dass der Flurfunk in Fichtenau außerhalb des Rathauses funktioniert: Wagemann sagt, dass sie am Morgen der Sitzung eine E-Mail bekommen habe, in der von schädlicher Strahlung, Anhäufung von Krebserkrankungen die Rede war. „Wenn ich nachts mein Handy auf das Nachtschränkle lege, bin ich mehr belastet“, findet Gemeinderat Peter Trampert.

Damit sich jeder etwas unter einem Mobilfunkmast vorstellen kann, zeigt Ortsbaumeister Alfons Fischer ein Foto. Sein Kommentar: „Schön ist was anderes.“ Aber die Sache sei die, so Fischer: „Wenn der Gemeinderat nicht zustimmen kann, werden die sich vielleicht einen anderen Standort suchen.“ Auch Wagemann würde den Mast „ungern kategorisch ablehnen“, sagt sie, sonst hätte die Gemeinde keinen Einfluss mehr darauf, wo er aufgestellt wird.

„Grundsätzlich vorstellbar“

Der Beschluss (bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung) klingt dann in etwa so: Der Telekom wird mitgeteilt, dass ein Mobilfunkmast am Sportzentrum „grundsätzlich vorstellbar“ wäre. Eine detaillierte Abstimmung des Standorts müsse noch erfolgen und eine vertragliche Vereinbarung noch geschlossen werden. Und ganz wichtig: Der Gemeinderat wird bei der endgültigen Entscheidung erneut beteiligt.

250 Euro pro Monat

Sollte der Mobilfunkmast auf einem Gemeindegrundstück stehen, würde die Telekom „für die Dauer des Pachtverhältnisses von mindestens 15 Jahren mit zweimaliger Verlängerungsoption um jeweils fünf Jahre“ monatlich 180 Euro zahlen. Dieser Betrag steht in der Vorlage, Fischer korrigierte ihn in der Sitzung auf 250 Euro. „Lassen wir es“, sagt Wagemann, „wären Privatleute vielleicht mit weniger zufrieden.“ Was noch schlimmer wäre: Der Mast könnte dann in einem Wohngebiet stehen und nicht am Sportzentrum.

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