Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten schnellt Tag für Tag nach oben, und auch die Zahl der Erkrankten, die in Krankenhäusern versorgt werden müssen. Ob im Kreisklinikum in Crailsheim, im Diakonie-Krankenhaus in Schwäbisch Hall, im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen oder im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim – überall gibt es Corona-Stationen, nur in Crailsheim muss noch kein Virus-Patient beatmet werden. Im Hohenlohekreis mehren sich, berichtet die Hohenloher Zeitung, die Stimmen, die die Reaktivierung des stillgelegten Krankenhauses in Künzelsau fordern. Das, so der Sprecher des Hohenlohekreises, sei nur durch die Bundeswehr zu machen. Landrat Dr. Matthias Neth hat diese Möglichkeit sowohl dem Sozialministerium in Stuttgart als auch der Bundeswehr vorgeschlagen.

Zudem hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten in der Angelegenheit beim Bundesverteidigungsministerium vorgesprochen. „Jetzt müssen Bund und Land entscheiden“, sagt Landrat Neth. Im Hohenlohekreis gibt es viele Corona-Infizierte, am Montag wurde ein weiterer Todesfall gemeldet. Mittlerweile wird die Kritik daran lauter, dass am Wochenende 7. und 8. März in Bretzfeld noch das Weinfest „Rebenglühen“ durchgeführt worden ist. Auf dieser Veranstaltung waren, wie man heute weiß, mehrere Corona-Infizierte unterwegs, einer arbeitete sogar an einem der Stände.

Schwäbisch Hall

Derweil hat Landrat Neth noch ganz andere Probleme: Er sucht dringend Schutzkleidung für Gesundheitseinrichtungen im Hohenlohekreis. In einem auch vom Ärztlichen Direktor des Krankenhauses in Öhringen unterschriebenen Brief an Unternehmen und Privatpersonen wird darum gebeten, derzeit nicht benötigte Atemschutzmasken, Handschuhe und auch Schutzkleidung dem Landkreis zur Verfügung zu stellen.

„Wir haben aktuell noch keine Gefangenen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht“, sagt Mathias Rössle. Der Leitende Regierungsdirektor führt die Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall. Dort sitzen derzeit 405 Gefangene ein.

„Massiver Einschnitt“ bei den Häftlingen der JVA in Hall

In der Haller JVA und ihren beiden Außenstellen arbeiten inklusive aller Teilzeitkräfte 227 Bedienstete, die meisten von ihnen in Schicht- und Wechseldiensten an sieben Wochentagen. Bei einem der Bediensteten hat sich inzwischen der Verdacht auf eine Ansteckung bestätigt. Lange vor dem Bekanntwerden dieser Ansteckung waren Sicherheitsmaßnahmen veranlasst worden. Die drastischste: Die Insassen dürfen derzeit nicht besucht werden. Diese Entscheidung hat das Justizministerium in Stuttgart getroffen. Damit soll verhindert werden, dass das Virus in Haftanstalten eingeschleppt wird. Nicht einmal die Angehörigen können ihre Männer, Söhne oder Väter derzeit sehen. „Das ist natürlich für die Gefangenen und ihre Familien ein massiver Einschnitt. Wir versuchen jedoch, deren Kontakte durch eine erhebliche Ausweitung der Telefonzeiten der Gefangenen so gut es geht aufrechtzuerhalten“, betont Rössle.

Info Im Landkreis gibt es 201 Corona-­Erkrankte.