Blaufelden / Harald Zigan Die Telekom will auf der Gemarkung von Blaufelden vier neue Mobilfunkmasten bauen. Die genauen Standorte der Antennen stehen noch nicht fest.

Auch in Blaufelden fallen die Handy-Nutzer in abgrundtiefe Funklöcher: Vor allem im westlichen und östlichen Gemeindegebiet ist die ärgerliche Botschaft „Kein Netz“ auf dem Telefondisplay weithin verbreitet. Mit vier neuen Masten für den Mobilfunk will die Telekom die großen Lücken auf der Gemarkung von Blaufelden schließen. Das Projekt wurde jetzt erstmals im Gemeinderat vorgestellt.

Die Kommunalpolitiker und Bürgermeisterin Petra Weber gingen offenbar davon aus, dass Holger Völkner und sein Kollege Reinhard Strecker von der Telekom-Tochterfirma Deutsche Funkturm GmbH schon konkrete Vorschläge für die Standorte der Funkmasten präsentieren können.

„Suchkreise“ gezogen

So weit sind die Pläne der Telekom allerdings noch nicht gereift, wie sich bei der Gemeinderatssitzung in der Billingsbacher Liederhalle schnell herausstellte: Für die Masten gibt es bislang nur sogenannte „Suchkreise“, in deren Radien sich die optimalen Plätze für die Anlagen befinden. Demnach kommen Areale in Herrentierbach, Billingsbach, Wiesenbach und Gammesfeld in Frage, die zum Teil weit außerhalb der Ortschaften liegen.

Zusätzliche Antennen für Sprach- und Datenübertragung sollen die Erreichbarkeit in Oberrot verbessern.

Geeignete Grundstücke für die 25 bis 30 Meter hohen Antennen, die entweder als Beton- oder Stahlgittermasten errichtet werden können, müssen mindestens 25 auf 25 Meter groß sein – sofern die Anlagen nicht auf bestehenden Gebäuden installiert werden können: „Das wäre für uns die ideale Lösung“, sagte Holger Völkner.

Die Funkmasten benötigen eine Zufahrt, eine Stromversorgung und möglichst einen Glasfaseranschluss für das Internet. Die Telekom schließt dann Pachtverträge mit den jeweiligen Besitzern der Gebäude oder Grundstücke ab. Andere Netzbetreiber können die Telekom-Anlagen ebenfalls nutzen, die auf die neue 5G-Technik nachrüstbar sind.

Holger Völkner rechnet damit, dass die genauen Standorte bis Ende des Jahres gefunden sind und die vier Anlagen dann spätestens Ende 2020 in Betrieb genommen werden können. Er geht zudem davon aus, dass dann auf der Gemarkung von Blaufelden eine 100-prozentige Netzabdeckung herrscht.

Die Suche der Telekom nach Mobilfunkstandorten beunruhigt Anwohner. Sie beharren auf direkte Glasfaser-Hausanschlüsse.

Infoabend geplant

Allerdings zeichnete sich schon in der Gemeinderatssitzung ab, dass angesichts vier neuer Mobilfunkmasten nicht alle Bürger in Begeisterungsstürme ausbrechen dürften. So fragten Gemeinderätin Sabine Völkert und der Gammesfelder Ortsvorsteher Friedemann Dürr-Schwab nach der Strahlenbelastung durch die Anlagen.

Und nach Ansicht von Bürgermeisterin Petra Weber „treibt die Bürger eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch den Mobilfunk durchaus um“. Deshalb plant die Gemeinde auch einen Informationsabend über das Mobilfunk-Projekt.

Holger Völkner verwies da­rauf, dass die Bundesnetzagentur bei der Genehmigung die Einhaltung aller einschlägigen Grenzwerte prüfe, die rings um die Masten schon bei einem Schutzabstand von zwölf Meter horizontal und vier bis fünf Meter vertikal eingehalten würden: „Das Handy am Ohr verursacht eine höhere Strahlendosis als die Antennen“, sagte der Vertreter der Firma Deutsche Funkturm GmbH.

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