Seit dem 7. November gibt es in Gschwend eine Verwahrstelle für verendete Tiere. Sie dient vor allem der sachgerechten Entsorgung von verendeten, verunfallten oder krank erlegten Wildschweinen. Die Einrichtung solcher Verwahrstellen ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem sich das Land Baden-Württemberg auf den möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorbereitet. Kadaver, Aufbruch und andere Teile von Tierkörpern werden dort unter seuchenhygienischen Bedingungen gelagert bis sie abgeholt werden.

ASDP wird vom Wild- aufs Hausschwein übertragen

Die Seuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat sich von Russland kommend vor allem in Osteuropa ausgebreitet. Das Friedrich-Löffler-Institut schätzt die Gefahr eines Ausbruchs in Deutschland als sehr hoch ein. An dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit geht man davon aus, dass die ASP, wenn sie denn kommt, über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet wird – und im Ostalbkreis, stellt das Landratsamt fest, gibt’s viele Wildschweine und auch eine erhebliche Zahl von Hausschweinhaltungen.

Die Gschwender Verwahrstelle, die sich neben dem Bauhof befindet, ist eine von insgesamt sieben im gesamten Ostalbkreis. Sie deckt den Bereich zwischen den Gemeinden Durlangen, Eschach, Gschwend, Ruppertshofen, Spraitbach und Täferrot ab. Die Kosten liegen bei rund 17.000 Euro; den Großteil, nämlich 14.000 Euro, übernimmt das Land, die restlichen 3000 Euro bezahlt der Ostalbkreis. Weitere Verwahrstellen gibt es in Abtsgmünd, Schwäbisch Gmünd-Hardt, Ellwangen-Schönau, Aalen, Bopfingen und Neresheim. Im Landkreis Schwäbisch Hall sind zwölf Verwahrstellen eingerichtet.

Zur offiziellen Übergabe der Gschwender Verwahrstelle konnte Bürgermeister Christoph Hald neben Jägerinnen und Jägern, Vertretern des Forstes und der umliegenden Gemeinden auch die Amtstierärztin Dr. Julia Eckert begrüßen, die den Geschäftsbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Ostalbkreises leitet. Sie betonte auch die Vorsorgewirkung der Verwahrstelle: Auch wenn die Seuche Deutschland noch nicht erreicht habe, sollten alle Aufbrüche abgeliefert werden.

Jäger müssen Proben nehmen

Die Jäger sind beim sogenannten Wildschwein-Monitoring natürlich besonders gefragt. Verendet aufgefundene Tiere müssen verbindlich beim Veterinäramt gemeldet werden, bei verendetem Unfallwild genügt eine Blutbeprobung, sofern dies noch möglich ist. Bei den Jagdstrecken werden übers Jahr verteilt Stichproben verlangt. Die Gesamtzahl dieser Stichproben gibt der Geschäftsbereich Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung verbindlich vor. Danach müssen jährlich 66 erlegte Wildschweine auf Europäische und Afrikanische Schweinepest getestet werden.

Im Oktober wurde außerdem zusammen mit Jägern und Gemeindemitarbeitern der Ernstfall geprobt. Für die „praktische Berge­übung“ des Veterinäramtes wurde der Fund eines mit ASP-infizierten Wildschweines angenommen. Ein solcher Fundort wird dann in einem Radius von drei Kilometern abgeriegelt und regelmäßig nach weiteren Kadavern durchsucht. Gejagt wird dort nicht: die Schweine sollen sich den Umständen entsprechend sicher fühlen und mit der Seuche vor Ort bleiben.