Schock und Trauer in Bartenstein. Am 30. Juni starb Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-­Bartenstein im Alter von 77 Jahren. „Das war unser Fürst“, sagt Ortsvorsteherin Rose-Marie Nauber. Sie kannte ihn von Kindesbeinen an. Geboren wurde Ferdinand-Michael Carl Emich Peter Philipp Johannes Prinz zu Hohenlohe-Bartenstein, so sein amtlicher Name, 1942 im Schloss Bartenstein. Die vielen Zimmer, die weiten Wege, der prachtvolle Hof – das alles war für ihn selbstverständlich. Er habe sich „eher gefragt, warum die anderen Kinder nicht in einem Schloss wohnten“, sagte er anno 2011 im Gespräch mit unserer Zeitung. „Durch die Offenheit zum Dorf hin hatte ich bald den halben Ort als Spielkameraden.“

Spaziergänge und Gespräche

Was gibt es Schöneres für Kinder als solch einen Spielplatz? Eine Schulfreundin erinnert sich gerne daran zurück, wie sie „Räuber und Gendarm“ spielten. Dabei entstanden lebenslange Freundschaften. Der Fürst sei „einer von uns“ gewesen, betont die Freundin, „sehr rührig“, „ein ganz herzlicher Mensch“. Einer, der die Spaziergänge in und um Bartenstein liebte und die Gespräche mit den Leuten, die er unterwegs traf. „Er hat sich immer sehr für Bartenstein eingesetzt“, sagt Schrozbergs Bürgermeisterin Jacqueline Förderer.

Zu Hohenlohe-Bartenstein war von 1968 an als Gemeinderat der früheren Stadt tätig und wirkte maßgeblich bei der Kommunalreform mit, bis 1980 saß er dann im Schrozberger Gemeinderat und bis 1999 im Bartensteiner Ortschaftsrat. Seinem Stammsitz blieb er treu. Das Renovieren des zwischen 1711 und 1928 erbauten Barockschlosses war zwar eher Last als Lust, aber für ihn stand fest: „Ich möchte nirgendwo anders wohnen.“ Neben Denkmalschutz war Windkraft eines seiner Lieblingsthemen, zu Hohenlohe-Bartenstein war ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Windenergie.

Der Tod seiner Frau 2011 bedrückte ihn sehr. Hinzu kam eine schwere Krankheit, die er geduldig ertrug. Zwischendurch berappelte er sich immer wieder. „Siehst du, mit mir hast du nicht gerechnet“, mit diesen Worten grüßte er auf dem Ostermarkt in Bartenstein.

Am Sonntag starb Ferdinand Fürst zu Hohenlohe-Bartenstein, er hinterlässt zwei Söhne und drei Töchter. Seine Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis, am nächsten Donnerstag findet ein Requiem in der Schlosskirche statt.

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