Die Stadt Ebersbach verbessert in den kommenden Jahren ihre Vorkehrungen gegen Hochwasser. „Über zwei Kilometer Schutz entlang der Fils müssen erneuert werden“, sagte Gerd Richter in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dem Leiter des Sachgebiets Tiefbau zufolge reicht der Abschnitt vom Gewerbegebiet Gentenried flussaufwärts bis zum Gewerbegebiet Buchwiesen. Er soll so ertüchtigt werden, dass er vor einem Hochwasser schützt wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt.

Ertüchtigung des Fils­ufers wichtig

Die Notwendigkeit der vorgesehenen Verbesserungen geht aus einer Untersuchung vom Februar 2017 hervor und aus Überprüfungen im Juni 2018. Laut der Studie und den Begutachtungen ist die Ertüchtigung des rechten Fils­ufers oberhalb und unterhalb der Brücke, über die die Albstraße führt, am wichtigsten. Danach folgt das linke Filsufer im Gewerbegebiet Gentenried. Diese Bereiche im Stadtgebiet drohen bei starkem Hochwasser überflutet zu werden, wie eine Gefahrenkarte des Landes zeigt.

Baden-Württemberg hat bei der Verbesserung des Hochwasserschutzes in Ebersbach den Hut auf und übernimmt voraussichtlich auch den Löwenanteil der Kosten. „Der Auftraggeber bezahlt die Rechnung im Voraus und wir bezahlen 30 Prozent im Nachhinein“, sagte Richter. Dieser Übereinkunft zwischen der Stadt und dem Land stimmte der Gemeinderat zu.

Der Leiter des Sachgebiets Tiefbau im Rathaus von Ebersbach schätzt, dass auf Ebersbach Kosten von rund 1,9 Millionen Euro zukommen. Ihren Anteil muss die Stadt erst nach der Fertigstellung eines Bauabschnitts bezahlen. Die Zusage, dass das Land 70 Prozent der Planungskosten von 470.000 Euro übernimmt, hat Ebersbach schon bekommen, berichtete die für Zuschüsse zuständige Gabriele Zaunseder den Räten zu Beginn der Sitzung.

Bauzeit von zwei bis drei Jahren

Stadt und Land gehen von einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren je Abschnitt aus. Wegen dieser Schätzung beantragten die Freien Wähler eine Ausnahme in die Vereinbarung mit aufzunehmen: Diese Ergänzung sieht vor, dass die Stadt schon mit dem Bau eines weiteren Kinderhauses oder eines neuen Gebäudes für die Bibliothek oder Volkshochschule beim Viehmark beginnen kann, ohne auf die Fertigstellung des neuen Hochwasserschutzes warten zu müssen. „Ein Stillstand von drei Jahren, der laut Vorlage pro Abschnitt benötigt wird, wirft die städtebauliche Entwicklung der Stadt in sozialer, kultureller und baulischer Hinsicht um Jahre zurück“, begründete die Fraktion die Ausnahme.

In der gleichen Sitzung stimmte der Gemeinderat einer weiteren Maßnahme zum Schutz vor Überschwemmungen zu. Ein Fachbüro soll ein Konzept erstellen, das aufzeigt, welche Gebiete abseits von Gewässern bei sehr starkem Regen am ehesten überflutet werden. Die Untersuchung soll auch darstellen, welche Objekte und Anlagen die Wassermassen gefährden und wie sie am besten geschützt werden können. Ein solches Konzept sah Stadtrat Paul Rösch (CDU) skeptisch: „Ich war schon bei vielen Hochwassern dabei und jedes Mal war es woanders.“ Ihm entgegnete Bauamtsleiter Markus Ludwig, dass dass der Schutz vor sogenannten Starkregenereignissen eine „Daueraufgabe für die nächsten Jahre und Jahrzehnte“ sei. Wichtig sei, dass das Konzept die gesamte Gemarkung von Ebersbach abbildet.

Verbesserter Hochwasserschutz entlang der Fils

Die Untersuchung zu den Auswirkungen von Starkregen dürfte schneller fertig sein als der Bau des verbesserten Hochwasserschutzes entlang der Fils. Bis Anwohner über den Beginn der ersten Arbeiten benachrichtigt werden, gehen noch etwa zwei Jahre ins Land, schätzt der Leiter des Sachgebiets Tiefbau.