Kreis Göppingen / Von Margit Haas

„Was wir geschaffen haben, bleibt und wird weiter wirken“, ist sich Friedemann Messer sicher. Er verwaltet die Finanzen der Göppinger Stolpersteininitiative, die vor neun Jahren als eingetragener Verein gegründet worden war. Ihre Mitglieder haben die annähernd 100 Biografien der Göppinger Opfer des NS-Terrorregimes recherchiert. In Kurzform wurden sie vor einem Jahr publiziert.

In der jüngsten Hauptversammlung wurden der Vorsitzende Klaus Maier-Rubner, sein Stellvertreter Witgar Weber und Messer in ihren Ämtern bestätigt.

Nachdem für alle Opfer Stolpersteine vor den Gebäuden, in denen sie ihren Lebensmittelpunkt hatten, verlegt wurden, soll nun ein weiteres Projekt realisiert werden. Auf dem Göppinger Hauptfriedhof soll eine Gedenktafel an das Schicksal von zwölf jüdischen Zwangsarbeiterinnen und eines Säuglings erinnern. Die Einweihung mit Schülerinnen und Schülern der Uhland-Realschule ist für den Herbst geplant. Bislang ist die Finanzierung aber noch nicht gesichert. Das Bundesprojekt „Demokratie Leben“ und die Stadt Göppingen haben ihre Unterstützung zugesagt. Weitere Geldgeber sind angefragt.

Mit dem „MuSeele“ im Göppinger Christophsbad soll auf Initiative von Claudia Liebenau-Meyer ein akustischer Stolperstein realisiert werden, der an die Opfer der Aktion T 4 erinnern wird. Angelika Taudte recherchiert derzeit das Schicksal eines sogenannten Halbjuden aus Wäschenbeuren, der im Januar 1941 im KZ Buchenwald ermordet worden war. Für ihn soll ebenso ein Stolperstein gelegt werden wie für Walter Zeimann. Der Süßener war nach der Pogromnacht im November 1938 wie alle erwachsenen Juden verhaftet und ins KZ Dachau deportiert worden. Dort starb er bereits nach zwei Wochen.

Stein für Arthur Schrag

Mit der Unterstützung der Göppinger Initiative hatte Tina Stroheker das Schicksal von Arthur Schrag recherchiert. Für ihn wird Gunther Demnig am 30. März um 12.30 Uhr in der Jahnstraße 5 in Eislingen einen Stolperstein verlegen. Der 1907 in Eislingen geborene homosexuelle Handelsvertreter war 1942 im KZ Flossenbürg ermordet worden.

Abends spricht Demnig um 18.30 Uhr im Foyer des Eislinger Rathauses über sein europaweites Projekt.

„Unser nächstes großes Projekt hat zum Ziel, dem Leben der Bewohnerinnen und Bewohner des Weißensteiner Zwangsaltenheims nachzuspüren“, informierte Klaus Maier-Rubner. Dort wurden von Oktober 1941 bis Ende August 1942 über 60 alte jüdische Menschen einquartiert und von dort aus in Konzentrationslager verschleppt. Die meisten wurden ermordet. „Es ist geplant, für sie eine Stolperschwelle zu verlegen.“