Bei der  Elektromobilität ist Eschenbach Vorreiter. Es gibt ein Dorfaudole, das jeder nutzen kann. Aber die Zeit bleibt nicht stehen, und Eschenbach will auf breiter Front zukunftsfähig werden und seine Infrastruktur verbessern. Ansätze dazu gibt es in Hülle und Fülle. Im vorigen Jahr hatte die Bevölkerung in einer Haushaltsbefragung Gelegenheit zu sagen, wo es langgehen soll. Die Gemeindeverwaltung um Bürgermeister Thomas Schubert, der treibende Kraft dieses Entwicklungsprozesses ist, hat sich ebenso wie der Gemeinderat in die Materie hineingekniet, außer in regulären Sitzungen auch in einer Klausurtagung. Das vorläufige Ergebnis stellte Moderator Jörg Hiller, der den Prozess leitet, im Gemeinderat vor: Es gab 124 Vorschläge, daraus wurden 24 Leitprojekte und 15 Leitziele entwickelt. Viel Arbeit also für die Nachhaltigkeits-Werkstatt am kommenden Dienstag, zu der die Bürgerschaft aufgerufen ist.

Eschenbach soll ökologischer werden:

Der Strom- und Wärmebedarf in öffentlichen Gebäuden soll mit regenerativen Energien gedeckt werden. So lautet der erste Vorschlag zur ökologischen Tragfähigkeit, der schon mal anspruchsvoll ist. Der zweite geht ein ganzes Stück weiter: Bei der Erschließung eines neuen Wohngebiets sowie bei Sanierung oder Neubau von größeren Bauvorhaben sollen Gemeinschaftsanlagen zur klimaneutralen Strom- und Wärmeproduktion bevorzugt werden. Da kann man an Blockheizkraftwerk, Biomasse, Solarfeld oder gar Umwandlung von Solarstrom zu Gas denken. Was sagen die Bürger dazu?

Die biologische Vielfalt ist den Bewohnern im Voralbgebiet wichtig – auch den Eschenbachern. Das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat soll auf der gesamten Markung tabu sein, lautet ein Vorschlag. Die Gemeinde nimmt es schon nicht mehr für das öffentliche Grün, die Landwirte und Privatleute sollen folgen. Münden könnte dies in den Beitritt zum Netzwerk  „Pestizidfreie Kommunen“. Dies wird als Schritt gegen das Insektensterben gesehen. Ferner sollen die Streuobstbestände ausgebaut werden. Schnitt- und Sensenkurse, Patenschaften oder eine mobile Presse wären konkrete Maßnahmen.

Ein kleines ortsnahes Mischgebiet am nordöstlichen Ortsrand ist ein Vorschlag für zukunftsfähiges Wirtschaften und Arbeiten. Ein zweiter: Die Vermarktung regionaler und saisonaler Produkte soll gestärkt werden Mittelfristig kann sich die Gemeinde einen Bauernmarkt einmal im Monat vorstellen, am Parkplatz der Technotherm-Halle oder am Feuerwehrhaus.

Das Dorfaudole läuft schon elektrisch,   ein elektromobil-freundliches Umfeld soll geschaffen werden. Dazu gehören weitere Ladestationen. Weg vom Auto heißt ein zweiter Ansatz für nachhaltige Mobilität. Rad- und Fußwegeverbindungen sollen verbessert werden. Eine Fuß- und Radwegekarte steht zur Debatte, ebenso die Dokumentation von Lücken im Wegenetz. Trotz Dorf­auto: Ein Bürgerbus oder ein Anruf-Sammel-Taxi bleiben in der Diskussion.  

Bedarf nach Wohnraum:

Zu denken gab es dem Gemeinderat, dass aus der Bürgerumfrage der Wunsch oder Bedarf nach Mehrfamilienhäusern, Mietwohnungsbau und Eigentumswohnungen herauszulesen ist. Angesprochen ist auch günstiger Wohnraum für Familien und die Aktivierung von Leerständen. Die Gemeinde sieht sich aufgefordert, dem Bau von Mehrfamilienhäusern den Weg zu ebnen. Oder gar selbst als Bauträger zu fungieren.

Kulturelles Leben soll attraktiver werden:

Das kulturelle Leben in Eschenbach soll attraktiver werden. Dafür könnte ein Kulturverein sorgen, der noch zu gründen wäre. Außerdem könnte man Vereine und Gruppen bei Veranstaltungen und Events unterstützen. Daran schließt sich an, das vielfältige Vereinsleben in Eschenbach zu sichern. Menschen fürs Ehrenamt zu gewinnen, ist auch ein Ziel von Bürgermeister Schubert.

Mehr Spiel- und Grillplätze:

Ein neues Spielplatzkonzept könnte entwickelt werden, ein Mehr-Generationen-Spielplatz wäre an der neuen Technotherm-Halle denkbar. Auch kleine Grillplätze, die nicht mit dem Auto erreichbar sind, sind eine Überlegung. Und könnte man nicht den Eschenbach erlebbar machen, in Verbindung mit Spiel-, Sitz- und Ruhemöglichkeiten? Vielleicht gar als eine „Location“ für Hochzeiten? Man darf gespannt sein, was die Eschenbacher dazu sagen. Die Überprüfung von Spielplätzen hat Bürgermeister Schubert ohnehin auf der Agenda.

Große Ideen auch für Betreuung und Bildung:

Die Kitas könnten in einem Kinderhaus zusammengelegt werden, auch ein Bildungshaus von Schule und Kita wäre langfristig eine Perspektive.

Um die Jugend kann sich die Bürgerwerkstatt auch kümmern. Einen Dialog mit der Jugend anschieben, etwa mit einer Kinder- und/oder Jugendkonferenz, wäre ein Schritt.

Ein ehrenamtliches Bürgercafé als Treffpunkt in der Gemeinde lautet ein weiterer Vorschlag. Da wäre dann auch ein Repair-Café nach dem Vorbild anderer Kommunen naheliegend.

Um ein Pflegeangebot für Senioren am Ort bemüht sich Bürgermeister Schubert schon länger. Es steht auch auf der Agenda der Bürgerwerkstatt.

Wie soll Eschenbach im Jahr 2035 aussehen?


Nachhaltigkeit Die Bürger-Werktatt oder „öffentliche  N!-Werkstatt“  – N! steht für Nachhaltigkeit – ist für Dienstag, 15. Januar, von 18.30 bis 21 Uhr in der Technotherm-Halle geplant.

Themeninseln An Themeninseln können sich die Teilnehmer einbringen, es gibt Informationen an Thementischen und Stellwänden. Gegliedert sind die Inseln nach den Bereichen Ökologie, Wirtschaft und Arbeit, Soziales und Gesellschaft, Rahmen für nachhaltige Entwicklung. 

Zeithorizont Es geht um die nachhaltige Gemeindeenwicklungskonzeption Eschenbach 2035.