Kreis Göppingen Große Notfall-Übung an NATO-Pipeline

Kreis Göppingen / SWP 11.10.2018

Für Rettungskräfte fand am Donnerstagabend im Landkreis Göppingen eine großangelegte Einsatzübung des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Landkreises Göppingen statt. Eine der Pipelines des europäischen Pipelinesystems, die sogenannte NATO-Pipeline, verläuft auch durch den Landkreis Göppingen. Um die Sicherheit des Betriebs der Pipeline zu gewährleisten, werden neben den baulichen und betrieblichen Maßnahmen des Betreibers auch in regelmäßigen Abständen Einsatzübungen der Feuerwehren und Rettungsdienste an der Pipeline vorgenommen, informiert das Regierungspräsidium Stuttgart.

Gegen 18 Uhr war es am Donnerstag erneut soweit: Kreisbrandmeister Michael Reick löste über die Integrierte Leitstelle Göppingen Alarm für die Feuerwehren und Rettungsdienste aus. Die Einsatzkräfte wurden vorab nicht informiert. Insgesamt übten 11 Wehren mit 251 Einsatzkräften und 23 Fahrzeugen rund zwei Stunden.

Gefahr durch Kerosin simuliert

An der Einsatzstelle eins wurde von einer Beschädigung der Treibstoff-Fernleitung unterhalb von Börtlingen und dem damit verbundenen Austritt einer größeren Menge von Flugzeugtreibstoff (Kerosin) ausgegangen. Diese Beschädigung wurde nach Angaben des Regierungspräsidiums in der Übung durch ungenehmigte Baggerarbeiten verursacht, wodurch der Bagger in Brand gesetzt wurde. Für dieses Szenario waren zunächst die Wehren aus Ebersbach, Adelberg, Uhingen, Wangen, Rechberghausen, Börtlingen, Birenbach sowie die Werkfeuerwehr ZG/Südöl zuständig.

Parallel schwerer Verkehrsunfall

Außerdem simulierte die Übung an der Landesstraße von Rechberghausen nach Adelberg an der Einsatzstelle zwei einen schweren Verkehrsunfall mit einem entgegenkommenden Auto, bei dem vier Personen schwer verletzt in ihrem Fahrzeug eingeklemmt wurden.

Zu diesem Szenario wurde zusätzlich die Feuerwehr aus Göppingen hinzugezogen.

Neben der Abwehr der drohenden Umwelt- und Gewässergefährdung entsprechend dem für solche Szenarien vorbereiteten Alarmplan, mussten die örtlichen Feuerwehren daher parallel technische Hilfe bei dem Verkehrsunfall leisten. Weitere überörtliche Unterstützung wurde bei der Übung durch die Feuerwehren aus Eislingen, Salach und Donzdorf geleistet.

Auch der Gefahrstoffzug des Landkreises Göppingen bestehend aus Einsatzkräften der Feuerwehr Salach und der Werkfeuerwehr Zeller&Gmelin/Südöl mit den Fachberatern für Gefahrstoffe kamen zum Einsatz.

Schutz der Gewässer

Entsprechend der Übungsannahme drohte sich das Kerosin im weiteren Verlauf über den Herrenbach und den Marbach bis in die Fils bei Faurndau auszubreiten. Vorsorglich wurden daher durch die Feuerwehren Ebersbach, Wangen und Rechberghausen insgesamt fünf Ölsperren in den Marbach und in die Fils eingebaut.

Parallel zu den vorgenannten Szenarien wurde im Verlauf der Übung zusätzlich eine Menschenrettung aus Gewässern eingespielt. Um den Brandschutz trotz des Übungsbetriebs aufrecht zu erhalten, war die Freiwillige Feuerwehr Uhingen mit mehreren Fahrzeugen während der gesamten Übungsdauer einsatzbereit im Feuerwehrhaus abrufbar. Durch Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes wurde im Übungsraum ein Sanitäts- und Verpflegungspunkt betrieben. Das Technische Hilfswerk unterstützte bei der Übung ebenfalls.

Der Bezirksbrandmeister des Regierungspräsidiums Stuttgart, Frieder Lieb, überzeugte sich mit Vertretern der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG) vor Ort von der Einsatzbereitschaft und der Leistungsfähigkeit der Feuerwehren. Weiterhin wurde die Übung durch das Kreisverbindungskommando der Bundeswehr begleitet.

Die Einsatzleitung hatte der Führungsstab der Feuerwehren des Landkreises, welcher sich hierzu im Lehrsaal der Feuerwache Göppingen eingefunden hat. Gegen 20.30 Uhr wurde die Übung durch Kreisbrandmeister Reick beendet.

Im Anschluss zogen alle Beteiligten ein erstes positives Fazit. Regierungspräsident Wolfgang Reimer betonte anlässlich der Übung: „Die Sicherheit der Bevölkerung steht im Vordergrund und muss stets gewährleistet sein. Regelmäßige, auch unangekündigte Übungen sind daher unerlässlich.“ Die Übung trage dazu bei, die Abläufe zu optimieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Hilfsorganisationen zu verbessern.

„Wir sind froh, dass wir so leistungsfähige und einsatzbereite Kräfte im Landkreis zur Verfügung haben“, ergänzte Landrat Edgar Wolff.

Die detaillierte Auswertung der Einsatzübung erfolgt in den nächsten Wochen.

Die NATO-Pipeline

Die auch durch den Landkreis Göppingen führende NATO-Pipeline Kehl-Tübingen-Aalen wird von der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG) betrieben. In der Pipeline wird Flugzeugtreibstoff (Kerosin) transportiert. Neben militärischen Einrichtungen werden zwischenzeitlich auch viele zivile Flughäfen durch die Pipelines der FBG versorgt.

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