Nach und nach trudeln die Kochschüler ein, man begrüßt sich und einige sehen sich nicht zum ersten Mal. Hobbyköche, junge Männer, sie sich vielleicht mal ausprobieren wollen, Ehepaare, die mitunter gemeinsam am Herd stehen und natürlich Küchenmeister Michael Alt aus Filderstadt. Der Profi, der sich mit anderen Kollegen abwechselt wie die jeweiligen Themen und Gerichte: Heute kommt alles auf den Grill.

Inhaberin und Gastgeberin Ute Lehnemann heißt alle herzlich willkommen, verteilt Küchenschürzen und die Rezepte. „Mmhhh, das klingt ja lecker“, zaubert die Vorfreude bei manchen ein Lächeln ins Gesicht. Logisch, das nicht nur gekocht und gegrillt wird, nach getaner Arbeit wird gemeinsam geschlemmt. Asia-Sparerips, Curry-Gambas, Thunfisch mit Wasabi-Sauce, asiatische Schweine-Medaillons und gegrillte Ananas mit einer Joghurt-Minzsauce. Und was sich wie ein professionelles Fünf-Gänge-Menü anhört, wird die etwa 17-köpfige Gruppe aus mehr oder weniger begabten Hobbyköchen nun unter fachlicher Anleitung selbst zubereiten.

„Mit welchem Öl soll ich den Thunfisch einreiben?“, möchte Michael Alt von seinen „Schülern“ wissen. „Olivenöl“ kommt geschlossen die Antwort. Mediterran scheint immer noch hoch im Kurs zu sein. Sigrun und Ulrich Hoßfeld aus Breech haben hier vor Jahren ihre Küche gekauft und nehmen bereits zum vierten beim Kochkurs teil. „Ich koche in der Mensa im Freihof Gymnasium und wenn ich heimkomme, dann hat mein Mann schon gekocht“, freut sie sich, mal wieder hier zu sein: „Man lernt immer was dazu“. Zum Beispiel auch in der Pfanne oder Grillschale Ordnung zu halten und nicht alles wie Kraut und Rüben drauflegen, wie Michael Alt gerade erklärt. „Schicht für Schicht drauflegen, damit es schön sauber brät“. Zwischendurch hat man Zeit zum Plaudern.

Wen er für den besten Koch hält, möchte eine Dame wissen. „Lafer ist der Kreativste, sehr fähig und, er hat Respekt vor den Lebensmitteln“, lobt der Küchenmeister seinen Kollegen. Indes, auch für Michael Alt gibt es keinen Kompromiss in der Küche: „Immer das Beste in der Gemeinschafsverpflegung einkaufen, gesundes Kochen ist für mich auf der Arbeit beim Esslinger Unternehmen Ebersbächer gleichfalls unabdingbar“. Kaum gesagt, ist er weg um eine von vielen Marinaden zu probieren. „Wie schaut’s aus?“, fragt der Küchenmeister um sich gleich selbst die Antwort zu geben: „Perfekt“. Fast alle Kochschüler sind mitten im Teig, schnippeln, marinieren, hacken, würzen und insofern schaut der „Lehrer“ recht zufrieden aus. Es läuft, hier und da ein kleiner Scherz, dennoch sind sie alle konzentriert bei der Arbeit. Gut gewürzt, richtig mariniert, das A und O. Während die Fische darin eingelegt werden, verrät er: „Thunfisch wird roh gegessen, Lachs glasig auf den Punkt, so bleibt’s saftig“. Manchmal entscheiden winzige Fehler über Wohlgeschmack oder Katastrophen. Also, ab zum Grill und nach dem Garpunkt schauen, Michael Alt hat alles fest im Griff. Von irgendwo an dem langen Tisch zischt und brodelt es. Komisch, wo doch heute alles auf dem Grill landet.

Doch halt, es gibt ja auch Saucen dazu. Noch verhüllt der Dampf nicht das Gesicht von Pascal Kierstein aus Donzdorf, der den Kochkurs zum Geburtstag geschenkt bekommen hat und mit seinem Cousin Julian Haase aus Nenningen hier ist. Während der 22-Jährige die Tabascoflasche in Spritzposition hält, rät ihm sein der Profi: „Wohl dosieren, rein geht immer, raus leider nichts“. Zu scharf? Auch da gibt es bestimmte Tricks, mit einem Schuss Sahne wird es milder. Natürlich steht Michael Alt zur Stelle wenn etwas schief geht, aber die Kochschüler machen alles nach Plan. Zeit für Wissen aus der Küche? Wieder gibt der Küchenmeister was zum Besten. So sei es erwiesen, dass rein geschmacklich kein Unterschied zu schmecken ist, ob man mit Holzkohle oder Gas grillt. Und seine Augen scheinen überall zu sein: „Bitte das Schweinefilet marinieren, das es noch zwanzig Minuten ziehen kann“.

Manchmal kommen seine Anweisungen kurz und knackig: Zitronenschale reiben, Thymian schneiden. Ob geschnitten oder gehackt, Hauptsache die Kräuter sind nachher klein. Messer? Die hat’s hier in der Mitte, einfach die Schublade aufmachen. In Lehnemanns Showküche fehlt es an nichts und man merkt, Michael Alt ist hier fast zu Hause. Die Leute haben viel mitgenommen: „Das man das alles auf dem Grill machen kann, ist sensationell“, waren sich alle am Schluss einig. Und gemundet hat es sowieso.