Die Diskussion um einen Platz, an dem Wohnmobil-Touristen in Wäschenbeuren ansteuern können, hat in der aktuellen Sitzung im Gemeinderat einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem vorgeschlagen worden war, die Womo-Stellplätze im Gewerbegebiet einzurichten, legte Bürgermeister Karl Vesenmaier am Donnerstag eine Kostenberechnung vor. Mit erstaunlicher Wirkung: An die 300.000 Euro sollte es kosten, sechs Stellplätze für Wohnmobile inklusive Strom- und Wasserversorgung herzustellen. Das könne er derzeit kommunalpolitisch nicht verantworten, sagte der Rathauschef.

Sechs Stellplätze kosten 300.000 Euro

Peter Baudisch (CDU), erklärte, er sei von anderen Zahlen ausgegangen, nämlich von einer Gesamtfläche von um die 700 Quadratmeter, während das von der Gemeinde beauftragte Planungsbüro 1600 Quadratmeter zugrunde gelegt hatte. Einig waren sich die Bürgervertreter und der Rathauschef, dass keiner gewillt war, 300.000 Euro auszugeben.

Obwohl das Thema bereits zwei Jahre diskutiert werde und verschiedene Stellplatzmöglichkeiten bereits besprochen und verworfen worden waren, wollte man es nicht zu den Akten legen. Allerdings hat man auch das Gewerbegebiet als ungeeignet erachtet, weil das Grundstück ja vom verwertbaren Bereich des Gewerbegebiets abginge. Lieber solle man nach einem Platz sehen, der der natürliche Umgebung Wäschenbeurens Rechnung trage, hieß es.

„Halte den wirtschaftlichen Effekt für gering“

Da kam der Bereich in Richtung Wäscherhof, linker Hand der Zufahrtsstraße, ins Gespräch. Vor allem will die Gemeinde nun auch die Kosten deckeln. Mehr als 100.000 Euro wolle man nicht dafür ausgeben, hieß es im Gremium.

Peter Schührer (SPD) hielt ein fast leidenschaftliches Plädoyer gegen die Stellplätze: „Ich halte den wirtschaftlichen Effekt für gering“, sagte er. Er sei selbst Zelt-Camper, sehe aber, wie die Wohnmobil-Reisenden alles mitbrächten. Den von den Befürwortern immer wieder ins Spiel gebrachten erwarteten Umsatzgewinn für die lokale Wirtschaft sehe er nicht: „Unsere Chance ist die Naherholung, der Tagestourist. Ich sehe es auch nicht als Gemeindeaufgabe an, Geld für Wohnmobilstellplätze auszugeben.“ Erich Hieber (CDU) sprach sich dafür aus, alternative Standorte zu prüfen, denn auch für ihn seien allein 160.000 Euro für das Grundstück den zahlreichen Kritikern der Pläne nicht vermittelbar. 100.000 Euro, so Karl Vesenmaier, sei dagegen ein Betrag, dem sich wohl auch Kritiker des Vorhabens beugen könnten.

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