Ebersbach / Peter Buyer  Uhr
Bürgermeister Eberhard Keller blickt ins neue Jahr: Vom Kinderhaus im Zentrum bis zur Halle in Bünzwangen.

Das war’s, 2018 ist rum. Zeit zum Verschnaufen bleibt Eberhard Keller kaum, im gerade begonnenen Jahr hat der Ebersbacher Bürgermeister noch richtig viel vor, deshalb kommt er sofort zur Sache: Das gemeinsam mit Uhingen geplante Gewerbegebiet im Osten Ebersbachs, der Gewerbepark Fils, soll weiter vorangetrieben werden. „Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist da, sie ist sehr rege und kommt auch von Unternehmen aus der Stadt“, sagt Keller, der besonders den heimischen Betrieben Weiterentwicklungsmöglichkeiten auf dem knapp 17 Hektar großen Gelände geben will. Die nötige Änderung des Flächennutzungsplans sei für das Jahr 2019 schon zu erwarten, meint er.

Auch das neue Kinderhaus im Zentrum hat er im Blick, eins der ganz großen Projekte der Stadt. „Hier wird 2019 wohl noch ein Jahr der Vorbereitung sein.“ Platz für fünf Gruppen soll hier entstehen, insgesamt investiert die Stadt 3,5 Millionen Euro in die Einrichtung, allein 700 000 Euro im kommenden Jahr. „Spätestens 2021/2022 brauchen wir die Plätze“, sagt Keller.

Doch in der Innenstadt gibt es noch mehr zu tun: Am Viehmarkt könnten Volkshochschule und Stadtbibliothek zusammengelegt werden, die Pläne sind aber noch nicht ganz so weit fortgeschritten wie beim Kinderhaus. Keller erlaubt sich dabei aber auch einen Blick in die weitere Zukunft, es gibt „den großen Vorsatz, das Projekt Viehmarkt in die Internationale Bauausstellung 2027 einzutakten“. Die IBA kommt genau 100 Jahre nach dem Bau der bahnbrechenden Weißenhofsiedlung zurück in die Stadtregion Stuttgart.

Nicht nur Baustellen außerhalb der Stadtverwaltung

Gebaut wird auch in Bünzwangen, der Neubau der Mehrzweckhalle ist das zweite ganz große Projekt der Stadt im kommenden Jahr. Rund drei Millionen Euro soll der Bau kosten bis er 2022 fertig ist, Bürgermeister Keller und Noch-Kämmerer Oliver Marzian hoffen auf ordentliche Zuschüsse vom Land. Apropos Kämmerer, Keller hat nicht nur Baustellen außerhalb der Stadtverwaltung. Marzian verlässt Ebersbach nach 17 Jahren in der Stadtverwaltung im März und wird in seiner Heimatstadt Eislingen Kämmerer. „Im Januar wird die Stelle ausgeschrieben, unter Berücksichtigung der Organisationsentwicklung“, mit der die Verwaltung im Rathaus umgekrempelt und auch die Zuständigkeiten neu zugeschnitten werden. Nicht nur in der Kämmerei, auch an anderer Stelle ändert sich etwas: „Einen neuen Hauptamtsleiter wird es nicht geben“, sagt Keller. Der bisherige Amtsinhaber Günther Pfeiffer ist im Sommer in den Ruhestand gegangen. Konkretes sagt Keller noch nicht, er sieht in der Organisationsentwicklung aber „Chancen“.

Aber auch ohne Pfeiffer geht es im altersschwachen Höhenfreibad weiter, dem ehemaligen Hauptamtsleiter war es gelungen, die Schließung zu verhindern. 1,5 Millionen Euro will die Stadt in den kommenden zwei Jahren in die Sanierung stecken, vielleicht gibt es auch hier noch Zuschüsse. Denn egal, wer über die Stadtkasse wacht, ob Marzian oder sein Nachfolger, auch Keller hat beide Augen auf den Kosten, denn die Stadt drücken Schulden in beträchtlicher Höhe, rund 30 Millionen sind ein Wort. Und über noch etwas macht sich Keller so seine Gedanken: „Ich bin gespannt auf die Kommunalwahl im Mai 2019 und darauf, welche Räte und Parteien es in den Gemeinderat schaffen.“ Nach der Wahl bis zum Oktober „muss sich das alles erstmal rütteln“, meint Keller, die Arbeit im Rathaus wird dadurch nicht unbedingt leichter.