Kreis Göppingen Gute Taten: Alte Freude auf der Bühne

Die Donzdorfer Band Streetlife setzt auf reduzierte Instrumentierung und bildet beim Auftaktkonzert der „Guten Taten“ den Gegenpol zum Orchester.
Die Donzdorfer Band Streetlife setzt auf reduzierte Instrumentierung und bildet beim Auftaktkonzert der „Guten Taten“ den Gegenpol zum Orchester. © Foto: Inge Czemmel
Kreis Göppingen / Inge Czemmel 02.11.2018
Beim Auftakt-Konzert der NWZ-Benefiz-Aktion spielen nächste Woche Freunde zusammen in der EWS-Arena. Jürgen Rothfuß aktivierte sein Netzwerk.

„Total Lokal“ – beim Auftaktkonzert der „Guten Taten“ nächste Woche am Sonntag wirken verschiedene musikalische Pro­tagonisten aus dem Landkreis mit. Dass sie zusammengefunden haben ist dem Phänomen „Musikernetzwerk“ zu verdanken.

„Es kennen sich zwei, die machen zusammen Musik. Ein dritter kommt dazu und der kennt einen vierten.“ So einfach erklärt Jürgen Rothfuß, wie solche Netzwerke entstehen und funktionieren, durch die es gelingen kann, eine Band und 17 Orchestermusiker zusammen zu trommeln, die Spaß daran haben, gemeinsam mit dem Liederkranz Heiningen etwas auf die Beine zu stellen.

Die Chor Company, die New Generation, das so genannte Liederkranzorchester und die Donzdorfer Band Streetlife, sie alle treten gemeinsam an, das Publikum beim Auftaktkonzert der „Guten Taten“ zu begeistern und ihnen einen ganz besonderen Hörgenuss zu bereiten. „Berti-Jo Müller von Streetlife habe ich vor mehr als 20 Jahren bei einem Fest kennengelernt“, erzählt Rothfuß. „Die Chemie stimmte gleich. Er war einer der ersten, die bei „Jogi and friends“ in der Apothek‘ für die Guten Taten dabei waren.“ Seither gab es unzählige gemeinsame Auftritte. Müller war bei vielen Jazz- & Oldie-Abenden im Bistro Amadeus dabei, Rothfuß spielte bei CD-Produktionen für das Drommeldar Trio Klavier und bei CD-Präsentationen und Benefiz-Auftritten live. „Bei diesen Aktionen habe ich dann wieder andere Musiker kennengelernt, mit denen ich irgendwann zusammen etwas machte“, verdeutlicht Roth­fuß. „Zum Beispiel Gerrit Funk, der jetzt mit Berti bei Streetlife spielt oder Friedrich Kienle, der im Liederkranzorchester den Bass spielt. Den Saxophonisten Eberhard Schmid kennt Rothfuß wiederum von der Jugendmusikschule und traurigen Anlässen, bei denen beide Musik machten. Der Pianist Wolfgang Maier war einst sein Klavierschüler und die Querflötistin Susanne Welz kennt Roth­fuß ebenfalls seit gefühlten Ewigkeiten. Sie lernte er einst über seine Cousine Birgit kennen und spielte bald darauf mit ihr in einem Ensemble für Alte Musik. „Irgendwann kam dort Martin Neumann dazu“, erinnert sich Roth­fuß.

Und so kam es, dass die drei 1991 gemeinsam den ersten „Klassikabend“ im Amadeus bestritten. Der hat sich so gut etabliert, dass es ihn bis heute gibt und der aus Kirchheim stammende Neumann inzwischen vielen in Heiningen als „der Geiger“ bekannt ist.

Neumann und Rothfuß hoben auch das Heininger Neujahrskonzert gemeinsam aus der Taufe. „Martin kennt sehr viele Orchestermusiker und hat auch für das Liederkranzorchester, das die Chöre anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums 2011 erstmals begleitete, sämtliche Streicher aquiriert“, berichtet Rothfuß. „Weil es mit Orchester so schön war, fand das Folgekonzert 2013 ebenfalls mit Orchester statt.“

Das gemeinsame Konzert mit der Donzdorfer Band Streetlife im Jahr 2015 machte ebenfalls allen viel Spaß. Was also lag näher, als für das Auftaktkonzert der „Guten Taten“ nun alles zusammenzuführen. „Das eröffnet uns tolle Möglichkeiten von ganz kleiner bis zu ganz großer Instrumentierung“, freut sich Rothfuß.

Streetlife ist eine Band, die auf reduzierte Instrumentierung setzt und mit Gitarre, Akustikbass, Cajon und Percussion den musikalischen Gegenpol zum sinfonischen Orchester setzen wird. Berti-Jo Müller, Gerrit Funk und Holger Köller – die drei Vollblutmusiker aus Donzdorf, die zu den bunten Hunden der lokalen Musikszene gehören und im Landkreis seit langem aus verschiedenen musikalischen Formationen bekannt sind – legen großen Wert auf eigene Interpretationen und raffinierte Arrangements. Ihre ausdrucksvollen Solostimmen harmonieren so perfekt, dass da­raus ein unter die Haut gehender Satzgesang wird. Wie gut also, dass Rothfuß auf besagtem Fest auf Berti-Jo Müller stieß. Dieser wird, wie der Chorleiter verrät, auch ein Duett mit Ingrid Schneider singen.

Die Sängerin – auch Frontfrau bei den Blue Stars – ist wiederum seit mehr als 30 Jahren die Lebensgefährtin des Dirigenten, der schmunzelnd erklärt: „Den Schlagzeuger lernte ich übrigens kurz nach seiner Geburt kennen.“ Bei ihm handelt es sich um seinen jüngeren Bruder Dieter, den Drummer der Blue Stars.

Was soll bei solch eingespielten ­Konstellationen schief gehen? Die Besucher der EWS-Arena dürfen sich auf ein tolles Konzert ­freuen.

Jetzt noch schnell Karten sichern

Konzert Wer noch keine Karten fürs Konzert am Sonntag, 11. November, hat, sollte sich beeilen. Es gibt sie im Vorverkauf bei der NWZ in der Rosenstraße, im i-Punkt des Göppinger Rathauses, im Frisörsalon „by Nischi“ in Heiningen oder online bei easyticket.de. Das Konzert beginnt um 18 Uhr.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel