Bahnpendler, die gehofft hatten, nach den Weihnachtsferien werde sich die Situation auf der Filstalbahn entspannen, sind enttäuscht worden: Noch immer läuft der Betrieb von Go-Ahead nicht rund, das Unternehmen hatte die Regionalbahnen auf der Strecke zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember übernommen.

Am Dienstag, dem ersten Werktag nach den Ferien, meldete Go-Ahead auf seinem Twitterkanal unzählige Verspätungen und sieben Zugausfälle. Am Mittwoch waren es bis 15 Uhr fünf Ausfälle. Allein im morgendlichen Berufsverkehr waren zwei Züge in Richtung Stuttgart und einer in Richtung Ulm nicht gefahren, die Pendler mussten auf spätere Verbindungen warten.

Kreis Göppingen

Türen gingen nicht mehr zu

Fahrgäste berichten erneut von überfüllten Zügen. So schreibt Melanie Weiß: „Der Zug um 6.50 Uhr in Uhingen konnte wegen Überfüllung nicht mehr weiterfahren. Leider gingen die Türen nicht mehr zu, so dass der Zug bis mindestens 7.30 Uhr in Uhingen stand.“ Sie wollte nach Stuttgart, fuhr dann aber nach Göppingen, um von dort mit dem Intercity in die Landeshauptstadt zu gelangen. „Allein die zeitliche Differenz ist der Hammer“, findet die Uhingerin. Sie meint: „Das kann doch nicht sein. Der Lokführer kann einem ebenso nur leid tun.“

Jürgen Oßwald aus Wangen hat sich am Dienstag in einer E-Mail an Landesverkehrsminister Winfried Hermann und den Deutschlandchef von Go-Ahead, Stefan Krispin, gewandt. „Das was sich Go Ahead heute geleistet hat, habe ich in meiner langjährigen Bahnfahrerei auf der Filstalbahn noch nicht erlebt“, schreibt der Berufspendler. Rund zwei Stunden habe er in Ebersbach am „eiskalten Bahnhof“ auf einen Zug warten müssen. Das Display am Bahnsteig wechselte ständig die Anzeige, mal war von technischem Defekt die Rede, mal wurde der Zug „verspätet bereitgestellt“, mal stand dort zu lesen: „Zug fällt aus.“

Vier Züge hintereinander ausgefallen

Der Zug um 6.53 Uhr sei ausgefallen, in der App habe aber gestanden, er fahre pünktlich, berichtet Oßwald. Der Zug um 7.10 Uhr wurde erst 10, dann 15, schließlich 40 Minuten verspätet angekündigt – kam aber nie. Keine Infos gab’s zum Zug um 7.19, er kam einfach nicht. So wie jener um 8.22, hier hieß es: „Zug fällt aus.“ Oßwald fragt: „Wie soll das weitergehen?“ „Ich erwarte vom Verkehrsminister jetzt endlich Sofortmaßnahmen. Sie haben dem Trauerspiel von Go-Ahead monatelang auf anderen Strecken zugeschaut – nichts ist passiert!“

Schließlich sei dann doch noch ein Zug gekommen, der in Plochingen eine Zwangsbremsung einleitete – „vermutlich wegen Überfüllung“. Als Oßwald die Mail schrieb, wartete er im Bahnhof und beendete sie so: „P.S.: Mein Zug um 16.29 Uhr ab Stuttgart fällt auch aus.“

Go Ahead Baden-Württemberg Neue Geschäftsleitung bei Go-Ahead

Stuttgart/Göppingen