Schlat Gemeinderat hält an seinem Nein fest

Windräder ähnlich wie diese bei Stötten wollen Anwohner zweier geplanten Anlagen bei Büchenbronn, Baiereck und Krapfenreut verhindern. Ob sie Erfolg haben, zeigt sich frühestens im Februar.
Windräder ähnlich wie diese bei Stötten wollen Anwohner zweier geplanten Anlagen bei Büchenbronn, Baiereck und Krapfenreut verhindern. Ob sie Erfolg haben, zeigt sich frühestens im Februar. © Foto: GIACINTO CARLUCCI
Schlat / TOBIAS FLEGEL 25.10.2018
Klaus Walter von den Grünen befürwortet die Windkraftanlagen, da jeder einen Beitrag zur Energiewende zu leisten habe.

Die Gegner zweier geplanter Windkrafträder bei Baiereck haben einen weiteren Etappensieg errungen. Nachdem der Gemeinderat von Uhingen am Freitag das Vorhaben einer Firma aus Ellwangen abgelehnt hat, folgte am Dienstagabend der Gemeinderat von Ebersbach fast einmütig der Entscheidung des Gremiums aus der Nachbarstadt. Aus dem Gremium befürwortete lediglich Klaus Walter von den Grünen den Bau der beiden Anlagen.

Die Bürgervertreter aus Ebersbach bekräftigten mit dem jüngsten Votum ihre Ablehnung aus dem Jahr 2016, als das Unternehmen noch drei Anlagen am gleichen Standort bauen wollte. Die Firma Uhl ist mit ihrem jüngsten Ansinnen allerdings noch nicht gescheitert, denn die Entscheidungen der beiden Gemeinderäte stellen lediglich Empfehlungen dar: Letztlich entscheidet das Landratsamt Göppingen, ob die Firma die Anlagen errichten darf.

Das abgeänderte Vorhaben des Unternehmens lehnte eine Mehrheit des Gemeinderats aus den gleichen Gründen ab wie schon vor zwei Jahren. Die Bürgervertreter schlossen sich erneut der Einschätzung des Bauamts an, das durch die zwei Windräder die Wohn- und Lebensqualität insbesondere der Einwohner von Baiereck, aber auch der von Büchenbronn beeinträchtigt sieht. Nach Darstellung des stellvertretenden Amtsleiters Roland Albig sind sie am stärksten vom Lärm und Schatten der beiden großen Anlagen betroffen. Albig bemängelt aber auch, dass die Anlagen einen massiven Eingriff in die Landschaft und in einen Erholungsraum darstellen.

Die Verringerung der Anzahl der geplanten Windräder macht weder für die Stadt noch für die Einwohner der angrenzenden Ortschaften die Sache erträglicher. „Durch die Reduzierung von zwei auf drei Anlagen ändert sich erst einmal nichts an unserer Argumentation“, sagte Albig am Mittwoch. Der Ortschaftsrat für das Nassachtal und Diegelsberg sieht das ähnlich, denn die zwei nun geplanten Windkrafträder sind höher und oben breiter als die drei Vorläufer.

Nach Angaben des Ortschaftsrats sollen die neuen Anlagen 238 Meter hoch sein und einen Durchmesser von 149 Meter haben; die bis 2016 vorgesehenen Anlagen sollten 217 Meter hoch sein und einen Durchmesser von 136 Meter haben. Durch die größeren Ausmaße der Windenergieanlagen (WEA) befürchtet der Rat mehr Lärm und Schatten sowie eine Gefahr für Tiere wie Rotmilane oder Wespenbussarde. Ebenfalls unzureichend sei das Konzept für den Brandschutz.

Bedenken wie diese brachten Klaus Walter (Grüne) nicht davon ab, für die Verwirklichung der beiden Anlagen zu stimmen. „Ich spreche mich für die Windkraft da oben aus“, sagte der Stadtrat, der sich nach eigenen Angaben seit 35 Jahren für Windkraft einsetzt. Walter bemängelte eine nicht konsequente Haltung beim Ausbau der Energieform: „Grundsätzlich sind alle dafür, nur nicht in ihrem Garten.“ Er selbst wohne an einer Straße, in der Verkehr und die nahe Bahnlinie viel Lärm verursachten. „Ich finde, die Emissionen gehören gerecht verteilt“, forderte er.

Nach Abwägung von Vor- und Nachteilen unterstützt Klaus Walter den Bau der geplanten Windkraftanlagen. „Wir brauchen mehr sauberen Strom“, forderte er. Neue Anlagen lieferten mehr Energie, auch wenn nur wenig Wind wehe. Die zu erwartende Ausbeute an produziertem Strom am Standort Sümpflesberg nördlich von Büchenbronn zweifeln Kritiker dagegen an.

Die jüngste Ablehnung des Vorhabens erntete den Beifall vieler Besucher. Über eineinhalb Stunden hatten Anwohner der geplanten Anlagen im Saal sowie davor ausgeharrt, bis sich der Gemeinderat dem siebten Punkt auf der Tagesordnung widmete.

Ob dessen jüngste Entscheidung und die der Nachbarstadt etwas bewirken, wird sich frühestens im Februar nächsten Jahres zeigen. Laut Steffen Hoyler vom Landratsamt soll das Genehmigungsverfahren innerhalb von drei Monaten nach Ablauf der Frist am 16. November abgeschlossen sein. Voraussetzung sei, dass alle Unterlagen vorliegen – und dies sei selten der Fall. Oft müsse etwa bei Gutachten nachgebessert werden.

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