Hattenhofen / JÜRGEN SCHÄFER

„Holz kann man so sauber verbrennen wie Gas.“ Wie das geht, erklärt Christian Siller den 12, 15 Zuhörern, die zu ihm an das Grundstück beim Kreisel von Hattenhofen gekommen sind, wo er einen Kleinwagen spektakulär mit Holzscheiten drapiert und noch diverses Lehrmaterial mitgebracht hat. Er will es dem ganzen Landkreis erklären, weil so mancher mit Holz heizt.

Siller ist Fachmann, ein Ofensetzer im Ruhestand, der noch heute interessehalber auf Messen geht, und für die Natur schlägt sein Herz. „Holz ist gespeichertes Sonnenlicht.“ Wenn er einen Kamin sieht, aus dem gelb-grauer Qualm herausquillt, tut es ihm weh. So hat er mal an einem Neubau in Bezgenriet, wo solches geschah, geläutet, und den Hausherrn aufgeklärt.

Also, wie geht es, das Heizen ohne Rauch? Es fängt beim Holzeinlegen an, sagt der Fachmann. Die Scheite eng und waagrecht in den Ofen einlegen, nicht über Kreuz, und drei Schichten übereinander, so dass ein kompakter Block entsteht. Sodann richtig anzünden. Von oben nämlich, sagt er, „das ist das A und O“. Dazu gibt es Anzündstäbe, 17 Cent das Stück, aus gepresster Rinde, in Wachs getränkt. Der Kniff: Sitzt die Flamme oben, erfasst sie alles Gas, das von unten aufsteigt, und fackelt es ab. Zündet man das Holz von unten an, erzeugt man Rauch, der nach oben entweicht, ohne dass er verbrennt. Der Brennstoff zieht zum Kamin hinaus und sorgt draußen für schlechte Luft. Der Rauch, das Holzgas – das ist die Energie. Je heißer die Holzscheite, umso klarer die Flammen, umso besser die Verbrennung. „Mit hohen Temperaturen kann man nahezu alles verbrennen“, sagt Siller.

Aber erst einmal braucht man Luftüberschuss, bis die Scheite richtig brennen. Dann muss man die Luftzufuhr regulieren und dann noch einmal, wenn die kleinen Flammen sich zur Glut wandeln. Das ist der optimale Zustand. Das Holz löst sich zu über 90 Prozent in Gas auf. Was zurückbleibt, sei wie Flusssand. Den solle man alle zwei bis drei Wochen rausräumen. Ansonsten solle man die Asche drinlassen. Am besten 10, 15 Zentimeter dick. Das ist dann ein Aschebett, das Brennholz wird „eingepackt“.

Mit dem Holznachlegen ist es so eine Sache, sagt Siller. Macht man den Ofen auf, kommt kühle Luft rein. Wo eben noch 500 Grad herrschten, sind es schlagartig nur noch 350. Und wenn man‘s macht – keine Hektik. Klappe auf und schnell wieder zu, das erzeuge Unterdruck im Ofen, Luft werde angesaugt. Nachteilig auch: neues Holz braucht viel Luft zum Brennen, die Glut braucht keine. Siller macht klar: „Mit Holz kann man keinen Dauerbrand machen, Holz ist ein Zeitbrand.“ Also: In Abständen abbrennen. Er hält auch nichts davon, ein Brikett reinzulegen: Das brauche ja erst seine Betriebstemperatur. Und: „Über Nacht nicht Holz reinlegen, das kann nie gut verbrennen.“