Kreis Göppingen / Dirk Hülser Im Streit um die Schlaganfall-Versorgung im Landkreis  muss bis in einem Jahr eine Lösung gefunden werden. Noch immer sind zwei Klagen nicht entschieden.

Beim Spatenstich für die neue Klinik am Eichert am Montag war auch der Streit um die Schlaganfallversorgung ein Thema. Seit einem Jahr ist im Landkreis allein das private Christophsbad dafür zuständig, dies hatte Landessozialminister Manne Lucha nach unzähligen Gesprächen seiner Mitarbeiter mit beiden Krankenhäusern beschlossen. In einem Jahr läuft die Befristung allerdings aus, dann muss eine neue Lösung her. Lucha zeigte sich am Montag zuversichtlich: „Heute haben wir Sonnenschein und Friedensstimmung.“

Der Minister räumte ein, er sei „nicht so amused“ gewesen, dass sowohl die kreiseigenen Alb-Fils-Kliniken (AFK) wie auch das Christophsbad (CB) nach seiner Entscheidung Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht hatten. Die AFK wollen sich nicht damit abfinden, dass die Konkurrenzklinik den Zuschlag bekam, das Christophsbad wiederum wollte keine zeitliche Befristung der Zuständigkeit. Wann das Gericht entscheidet, steht in den Sternen: „Das ist noch nicht mal terminiert“, meinte Pressesprecherin Ulrike Zeitler gestern zu beiden Verfahren.

„Da haben wir ja noch so eine kleine Baustelle“, erinnerte Lucha vor den Gästen des Spatenstichs an den Konflikt. Dabei gab es Lob von allen Seiten für die Göppinger Traditionsklinik: Schließlich hat das Christophsbad 12 000 Quadratmeter Fläche unweit des Baufelds zur Verfügung gestellt, wo Aushub des Neubaus zwischengelagert werden kann.

Lucha hofft nun auf gute Gespräche mit allen Beteiligten, schließlich muss binnen zwölf Monaten wieder eine Entscheidung getroffen werden. Sein Pressesprecher Markus Jox betonte gestern: „Wir wissen ja nicht, ob beide Beteiligte auf ihren Standpunkten beharren.“ Aber: „Das, was der Minister am Montag gesagt hat, steht.“ Es sei ein „optimistisch-positives Signal“ an alle Beteiligten gewesen. Allerdings liege der Vorschlag des Landes vom vergangenen Jahr weiterhin vor.

Das Ministerium hatte seinerzeit angekündigt, innerhalb der zwei Jahre gemeinsam mit den Kliniken nach Möglichkeiten zu suchen, die von einem Gutachter in den Raum gestellte Ideallösung umzusetzen. Demnach sollten Schlaganfallpatienten am besten in einer Klinik, die somatische Fachdisziplinen vorhält und eine interdisziplinäre Notaufnahme betreibt, behandelt werden. Das liefe dann auf die Klinik am Eichert hinaus.

Unterdessen laufe die Versorgung der Patienten gut, „soweit ich das übersehe“, sagte gestern Christophsbad-Geschäftsführer Bernhard Wehde. Er spricht von mehr als 800 Patienten in zwölf Monaten.