Nahversorgung Weg frei für Dorfladen in Witzighausen

Rico Penski, Susanne Grössl, Jörg Breit bilden den Gesellschafterrat. Es fehlt Reinhold Ranz.
Rico Penski, Susanne Grössl, Jörg Breit bilden den Gesellschafterrat. Es fehlt Reinhold Ranz. © Foto: Sonja Fiedler
Senden / Sonja Fiedler 09.11.2018

Ein wichtiger Schritt in Richtung Dorfladen ist gemacht: Am Mittwoch wurde die Gesellschaft „Dorfladen Witzighausen UG (haftungsbeschränkt)“ gegründet, gleich im Anschluss fand die erste Gesellschafterversammlung statt. Mehr als hundert Leute waren in die Gemeinschaftshalle gekommen, um sich letzte Informationen zu holen und an der Gründung teilzuhaben.

Bürgermeister Raphael Bögge hatte gute Nachrichten: Die Baugenehmigung für den Dorfladen sei im Rathaus eingegangen. Zudem habe die Steuerungsgruppe des EU-Förderprogramms Leader im Kreis Neu-Ulm eine Förderzusage von 50 000 Euro in Aussicht gestellt. Nach der Gründung könne der Antrag gestellt werden. Für Unternehmensberater Wolfgang Gröll vom Dorfladen-Netzwerk ein guter Auftakt: „Da haben wir große Schritte gemacht.“

Die Organisatoren machten klar: Ohne Teilhabe der Witzighauser könne der Dorfladen nicht funktionieren. Daher war die große Frage an diesem Abend, wie viele der Besucher Anteile unterzeichnen würden. Die Antwort: 99 Anwesende leisteten ihre Anteile und wurden damit stille Teilhaber an der Gesellschaft. Eine mündliche Zusage kam noch hinzu - so waren es exakt 100. „Eine gute Zahl“, sagte Gröll. Noch zufriedener war er mit der Summe, die die gezeichneten Anteile ausmachte: 32 000 Euro. „Das zeigt den großen Zusammenhalt der Ortschaft Witzighausen.“

Trotzdem war dies nur ein Anfang: Wie bei der Infoveranstaltung im Oktober zu hören war, werden 160 000 Euro benötigt, um den Dorfladen zu starten, ein Teil könne über Zuschüsse abgedeckt werden, hieß es damals. Die Antragsformulare sollen auf der Dorfladen-Webseite zum Ausdrucken bereitstehen, sagte Jörg Breit vom Arbeitskreis. Sie könnten bei allen Mitgliedern des Arbeitskreises abgegeben werden.

250 Euro beträgt die Mindesteinlage für die Gesellschaft, sollte das Projekt scheitern, hafte der Anteilshaber nur mit der Höhe der Einlage, erklärte Gröll. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Dorfladen nicht funktioniert, läge bei lediglich ein bis zwei Prozent. „Dorfläden haben wahnsinnig gute Möglichkeiten, im Wettbewerb zu bestehen.“ Gezahlt würde die Einlage erst, wenn alle Voraussetzungen für die Einrichtung des Dorfladens erfüllt sind. Dies sei vermutlich Mitte nächsten Jahres der Fall, vermutete Gröll.

Gewählt wurde ein Gesellschafterrat: Jörg Breit, Rico Penski, Susanne Grössl und Reinhold Ranz bilden in den nächsten drei Jahren den Beirat des Dorfladens. Turnusmäßig wird jedoch jährlich einer der Räte zur Neuwahl stehen. Mindestens einmal im Jahr findet eine Gesellschafter-Versammlung statt.

Am 23. November steht der Spatenstich für den Neubau am Gänsäcker an, in dem auch der Dorfladen seinen Platz finden soll, kündigte Bürgermeister Bögge an. Der Laden soll am 2. Januar 2020 eröffnet werden.

Vollsortiment und Café-Ecke

Größe Das Gebäude am Gänsäcker wird von der Sendener Wohnungsbaugesellschaft errichtet. Der Dorfladen soll eine Fläche von 200 Quadratmetern bekommen. Neben einem Vollsortiment mit Frischetheke ist auch eine Café-Ecke vorgesehen.

Arbeitskreis Der Arbeitskreis Dorfladen, der das Projekt angestoßen hat und nun weiterführt, suche noch weitere Mitstreiter, sagte Breit.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel