Die Wasserversorgung war an der Felison’s School bisher sehr aufwändig: Jeden Tag mussten fast 400 Liter aus einem Fluss geschöpft und mühsam abgekocht werden. Aber das gehört bald der Vergangenheit an: Jetzt hat die Schule in Eldoret in Kenia endlich einen eigenen Tiefenbrunnen. Finanziert wurde er ausschließlich durch Spenden aus dem Landkreis Neu-Ulm. „Das ist total klasse“, sagt Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg, die die Schule gemeinsam mit dem erfolgreichen Langstreckenläufer Felix Limo aufgebaut hat.

Drei Jahre vergingen mit Vorbereitungen für den Brunnenbau. „Das hat lange gedauert“, erzählt Rohrhirsch. Die Genehmigung hat sich hingezogen, die Schule benötigte ein geologisches Gutachten. „Und dann haben wir natürlich noch das Geld gebraucht.“ Insgesamt knapp 20 000 Euro.

Drei Schulen spenden seit Jahren regelmäßig

Gesammelt wurde über den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Neu-Ulm, Rohrhirschs Arbeitgeber. Neben vielen Bürgern aus dem Kreis Neu-Ulm haben sich daran auch drei Schulen beteiligt: die Volksschule Buch sowie die Uli-Wieland-Grundschule und die Uli-Wieland-Mittelschule in Vöhringen. „Sie sind von Anfang an als Spender dabei“, sagt Rohrhirsch. Das kommt auch Waisenkindern zugute, die nur dank der Unterstützung die Schule besuchen können.

Mithilfe des neuen Brunnens verfügt die Einrichtung im Westen Kenias nun über genug trinkbares Wasser, das aus einer Tiefe von 160 Metern heraufbefördert wird. Und das wird immer wichtiger. Denn in Eldoret macht sich schon seit langem der Klimawandel bemerkbar, berichtet Rohrhirsch. „Auf Trocken- und Regenzeiten ist nicht mehr Verlass.“ Zuletzt fiel von Anfang September bis Ende Mai „kein Tropfen Regen.“ Der Schulgarten lag brach, Lebensmittelpreise stiegen um mehr als 100 Prozent. Die Schule musste die Gemüserationen für die Schüler einschränken.

Schulgarten kann vergrößert werden

Nun können mithilfe des Brunnens Trockenperioden überbrückt und der Schulgarten sogar vergrößert werden. Dafür gibt es auch extra ein Schulfach. „Die Kinder lernen, wie man mit wenig Wasser, ohne Pestizide und Insektizide möglichst viel produzieren kann“, sagt Rohrhirsch. Wächst in dem Garten genug Gemüse, soll es auch auf dem Markt verkauft werden. Der Gewinn kommt wiederum der Schule zugute. „Und das gleiche machen wir mit den Hühnern“, erzählt die Bellenbergerin. Für die Tiere wurde ein Stall gebaut. Jedes Kind solle mindestens einmal in der Woche ein Ei bekommen. Gibt es mehr, beginnt der Verkauf.

Das soll den Kindern auch für die Zukunft Perspektiven bieten. „Das große Ziel ist, die Schüler so zu erziehen, dass sie sich selbst versorgen und mit irgendetwas selbstständig machen können“, sagt Sylvia Rohrhirsch. Denn in Kenia gibt es eine hohe Arbeitslosenquote, „ein riesiges Wirtschaftsproblem“.

Solarpumpe und Hochbehälter fehlen noch

Damit der Tiefenbrunnen richtig genutzt werden kann, fehlt allerdings noch eine Solarpumpe. Und ein Hochbehälter, sodass das Wasser mittels Schwerkraft in die Schule weitergeleitet werden kann. Auch das muss über Spenden finanziert werden. Aber Rohrhirsch ist zuversichtlich. „Das kriegen wir auch noch hin.“

Schule feiert ihr fünfjähriges Bestehen


Entwicklung 256 Schüler besuchen die Felison’s School inzwischen – darunter auch viele Waisenkinder. „Das entwickelt sich gut“, sagt Sylvia Rohrhirsch. Im Februar wird das fünfjährige Bestehen der Schule gefeiert.

Spenden Mehr zu dem Projekt und einen Kontakt für Spenden gibt es im Internet unter www.asb-neu-ulm.de.