Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ Mit diesen Worten des Wissenschaftlers Georg Christoph Lichtenberg eröffnete der Ortsvorsitzende Bernd Bachmann den Neujahrsempfang der Sendener SPD. Auch wenn er den Satz zunächst auf bundesweite und globale Vorgänge bezog, wandte sich die Kritik der Genossen in ihren Reden vor allem gegen das Sendener Rathaus und die Verwaltungsspitze in Person von Raphael Bögge.

„Eskapaden“ des Bürgermeisters und große Fluktuation des Rathauspersonals hätten zu Verzögerungen bei der Umsetzung bereits beschlossener Projekte geführt, wetterte Fraktionsvorsitzender Georg Schneider. „Dies hat nichts mit der Leistung der Mitarbeiter, sondern ausschließlich mit der Verwaltungsspitze zu tun, die ein strukturiertes Arbeiten nicht zugelassen hat.“ Dass die Fraktionen Bögge das Vertrauen entzogen haben, sei die einzig mögliche Konsequenz „nach reiflicher Abwägung in alle Richtungen.“ Es sei keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wenn jemand „immer eigene Wahrheiten verbreitet, die sich hinterher als falsch erweisen.“ Nun sei es wichtig, für die Kommunalwahl 2020 einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt zu finden, der eine hohe menschliche und fachliche Qualifikation aufweise. „Die SPD wird alles tun, um eine geeignete Person zu finden.“ In Zukunft möchte sich die SPD für die Verbesserung der Infrastruktur und einen attraktiveren Nahverkehr einsetzen. Schneider: „Einfließen muss die Forderung, dass der Bahnhof Senden Haltepunkt für den Regionalexpress wird.“ Er plädierte auch dafür, die Bahnstrecke nach Weißenhorn als Teststrecke für Züge zu nutzen, die mit Wasserstoff-Brennstoffzellen angetriebene werden. „Das wäre ein Leuchtturmprojekt für unsere Innovationsregion“. Im Bereich Fahrradmobilität müsse die Stadt Senden Fortschritte machen. „In diesem Bereich sind wir Entwicklungsstadt.“

Der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner widmete seine Rede der anstehenden Europawahl. „Wir brauchen ein Europa, das uns schützt.“ Frieden und Freiheit müssten jeden Tag neu verteidigt werden. „Wir nehmen elementare Bedürfnisse des Menschen als zu selbstverständlich wahr.“ Auseinandersetzungen in der Welt würden immer respektloser, es sei die Aufgabe der Sozialdemokratie, als Stimme der Vernunft neue Wege zu gehen.