Seit vielen Jahren wird eine Lösung gesucht, nun scheint sie gefunden – sogar mit einer passenden Finanzierung. Die Kunstschätze des Klosters Oberelchingen bekommen nach erfolgter Restaurierung nicht nur ein passendes Depot, um zu verhindern, dass sie wie in der Vergangenheit Schaden nehmen. Auch ein Konzept, wie sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können, reift heran. Ist aber entsprechend auch Gegenstand von Diskussionen – zum Beispiel gestern im Schul- und Kulturausschuss des Kreises Neu-Ulm.

Auslöser war ein Antrag des Kreisrats Richard Ambs, der auch Vorsitzender der Klosterfreunde ist: in den Kreishaushalt 2019 Zuschussmittel für die Einrichtung von Depoträumen in Höhe von 35 000 Euro aufzunehmen. Der Betrag sei geeignet,  zusammen mit dem Elchinger Zuschuss etwa die Hälfte der zu erwartenden Kosten abzudecken. Der Verein werde beim EU-Programm  Leader weitere Zuschüsse beantragen. Soviel vorab: Der Ausschuss ist einstimmig gewillt, den Betrag in den Haushalt aufzunehmen. Allerdings mit einem Sperrvermerk, dass über das Konzept und Kosten zu diskutieren sein wird.

Amtshaus für Vereine

Hintergrund sind die Bemühungen der Klosterfreunde, Kunstwerke aus den Beständen der ehemaligen Reichsabtei Elchingen vor dem Verfall zu bewahren und auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Angedacht war zunächst ein Klostermuseum im ehemaligen Amtshaus des Klosters, welches bis Juli 2018 von der Gemeinde Elchingen als Grundschule genutzt wurde.  Dies scheiterte einerseits daran, dass die Gemeinde das Gebäude den Vereinen überlassen will, andererseits auch daran, dass sich der Verein aus personellen Gründen nicht in der Lage  sieht, ein Museum mit regelmäßigen Öffnungszeiten zu betreiben, führt Ambs in seinem Antrag aus.

Von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern kam dann der Vorschlag, in dem Gebäude des ehemaligen Oberelchinger Rathauses ein Schaudepot im Erdgeschoss und ein nicht öffentlich zugängliches Depot im Obergeschoss einzurichten. Kurz vor Weihnachten habe sich in Gesprächen mit Verein und Gemeinde der Ansatz für ein Vorgehen gefunden: ein Betriebskonzept zu erstellen und die zu erwartenden Kosten zu ermitteln. „Ein Schaudepot ist in Ordnung, es gilt aber auch, über die  Geschichte des Kloster zu informieren“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. Die 35 000 Euro sieht er deshalb als Merkposten, abhängig von der zusätzlichen Leaderförderung. Die Gemeinde Elchingen hat in ihrem Haushalt 2019 einen Zuschuss von 5000 Euro für die Ersteinrichtung vorgesehen, eine Beteiligung an den laufenden Betriebskosten wurde in Aussicht gestellt, schreibt Ambs in seinem Antrag.

Plädoyer für ein Klostermuseum

Die Grünen-Fraktion steht dem Antrag reserviert gegenüber, wollte eine Anschubfinanzierung von 5000 Euro einstellen, um über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Den Ausweg bot Kreisrat Herbert Pressl (CSU) mit dem Hinweis, die Mittel im Haushalt mit einem Sperrvermerk zu versehen, und das weitere Vorgehen bei der Vorlage von konkreten Schritten zu diskutieren. „Denn ich sehe das Konzept kritisch“, sagte er. Zum einen sei es nicht akzeptabel, dass sich die Diözese so zurückhalte, in deren Besitz die Werke seien. Außerdem „finde ich es fraglich, ob ein Schaudepot der richtige Weg ist“. Ihm wäre es lieber, wenn es möglich wäre, „in guter Kooperation“ ein kleines Klostermuseum zu gründen. „Das wäre eine gute Aufgabe für alle Beteiligten.“

Zunftfahne und einige Gemälde


Restaurierung Bisher wurden drei Gemälde mit Klosteransichten von 1619, 1685 und 1773, das Bildnis des Abtes Amandus Schindele von 1743, die rote Zunft- und Handwerkerfahne von 1775 sowie das große Konventbild, gemalt 1778 von Josef Wannenmacher, restauriert, berichtet Richard Ambs von den Klosterfreunden. Zur Zeit werden zwei weitere, durch die unzulängliche Lagerung stark geschädigte Kunstwerke konserviert und restauriert: Das Elchinger Kindl und dessen Schrein sowie das Modell des Klosters von 1793 aus Pappmaché.