Ermittlung Polizei zum Vorfall in Illertissen: Es gab keine unsittliche Berührung

Der Fall schlägt hohe Wellen.
Der Fall schlägt hohe Wellen. © Foto: SWP Archiv
Illertissen / rej/mut 14.09.2018
Die Polizei tritt Gerüchten entgegen, wonach ein geistig behinderter Mann ein Mädchen missbrauchen wollte.

Der Fall eines 22-Jährigen, der am Mittwoch auf einem Spielplatz in Illertissen vorläufig festgenommen wurde, schlägt hohe Wellen – vor allem in den sozialen Netzwerken im Internet. Die darin verbreiteten Meldungen, wonach der junge Somalier das Kind im Vorschulalter entführen und vergewaltigen wollte, sind falsch, sagen die Ermittler. Sie treten den Gerüchten mit Nachdruck entgegen. Jürgen Krautwald, Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, bekräftigt: „Er hat das Mädchen nicht unsittlich berührt.“

Passanten halten Mann auf und verständigt

Laut Polizei ist der Mann „geistig zurückgeblieben“. Er habe das Kind an der Wange gestreichelt, die Hand des Mädchens genommen, sei mit diesem drei bis fünf Meter gegangen, dann von Passanten festgehalten worden. Die Passanten riefen die Polizei, der 22-Jährige widersetzte sich den Beamten. Diese legten ihm Handschellen an, brachten ihn in eine Klinik. Wie die Polizei berichtet, soll der später Festgenommene wenige Stunden zuvor versucht haben, das Handy einer Frau zu stehlen – ebenfalls in Illertissen.

Kein Sexualdelikt

 „Das  Mädchen hat bei dem Vorfall einen blauen Fleck am Arm erlitten“, sagt Polizeisprecher Krautwald. Ja, der 22-Jährige habe das Mädchen im Gesicht berührt und an die Hand genommen. Krautwald sagt dazu: „Wir sind uns einig, dass das nicht geht. Von einem Sexualdelikt kann aber nicht die Rede sein.“

Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittle deshalb nicht wegen eines Sexualdelikts, auch nicht wegen Entführung, sondern wegen „Entziehung Minderjähriger“. Sie geht also der Frage nach, ob der junge Mann das Kind „der Obhut seiner Erziehungsberechtigten entzogen hat“.

Ermittlungen gegen User

Die Polizei ermittelt inzwischen auch gegen einen User, der Kommentare zu dem Vorfall im Netz gepostet hat. Vorwurf: Volksverhetzung.  

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