20 bis 25 Mal je 200 Kilogramm bis 1,5 Tonnen: So viel zur Entsorgung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz freigegebener und damit als unbedenklich deklarierter Müll ist im vergangenen Jahr aus dem Atomkraftwerk Gundremmingen zur Verbrennung im Müllheizkraftwerk Weißenhorn angeliefert worden. Das hat Thomas Moritz, der Chef des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Kreises Neu-Ulm, am Dienstag im Umweltausschuss des Kreistags berichtet. Obwohl die Kreisräte mehrheitlich im Februar beschlossen haben, die Anlieferung und Entsorgung von freigemessenem Mischabfall nicht grundsätzlich abzulehnen, wollen sie nach wie vor untersucht wissen, wie sich die schwache Reststrahlung auf die Umgebung des Müllheizkraftwerks auswirkt. Dazu wurde das Öko-Institut beauftragt, dessen Anfänge auf der Anti-Atomkraft-Bewegung in den 80ern fußen. Christian Küppers aus dem Darmstadter Institut berichtete über den Untersuchungsumfang.

Vorneweg: Ihm wäre lieber, Atomkraftwerke wären nie gebaut worden. „Aber jetzt müssen wir schauen, wie wir vernünftig damit umgehen“, sagte Küppers. Vor allem mit dem Rückbau. Widersprochen hat ihm niemand, bekräftigt wurde er in dieser Aussage von Herbert Richter (SPD) und Heinz-Peter Ehrenberg (Grüne). Franz-Josef Niebling (CSU) ist froh, „dass sie die Diskussion auf einen sachlichen Stand bringen“. Die grundsätzliche Frage ist, der das Öko-Institut nachgeht, ob das Modell des Gesetzgebers zur Freigabe des Mülls mit den Verhältnissen am Müllheizkraftwerk in Weißenhorn deckungsgleich ist. Ob es Möglichkeiten gibt, den Strahlenschutz für die Beschäftigten dort zu verbessern. Und: Ob sich messtechnisch „ein Einfluss der Verbrennung der freigegebenen Abfällen auf Stoffströme und Umgebung“ erkennen lasse. Also auf Boden, Luft, Wasser und die Schlacke, die aus der Verbrennung in Weißenhorn übrig bleibt.

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