Regionalversammlung Neue Studie rät von Nuxit ab

Der Vizepräsident der IHK Schwaben Werner Knittel (vorne links) und der Präsident der IHK Ulm Jan Stefan Roell (vorne rechts) haben viele Gäste aus Wirtschaft und Politik in Elchingen begrüßt – auch den früheren Präsidenten der IHK-Ulm Peter Kulitz. 
Der Vizepräsident der IHK Schwaben Werner Knittel (vorne links) und der Präsident der IHK Ulm Jan Stefan Roell (vorne rechts) haben viele Gäste aus Wirtschaft und Politik in Elchingen begrüßt – auch den früheren Präsidenten der IHK-Ulm Peter Kulitz.  © Foto: Volkmar Könneke
Kreis Neu-Ulm / Michael Janjanin 12.10.2018
Der Vizepräsident der IHK Schwaben gibt beim „Indian Summer“ erste Ergebnisse zur beantragten Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm bekannt.

Eine Woche vor der Kreistagssitzung, in der der Landkreis eine Stellung zum beantragten Nuxit beziehen wird, gibt die IHK Schwaben erste Ergebnisse einer Studie zu den Folgen einer Kreisfreiheit der Stadt Neu-Ulm bekannt. „Im Ergebnis sind Stadt und und Landkreis Neu-Ulm als Einheit wesentlich besser für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet als im Alleingang.“ Das sagte der IHK-Vizepräsident und Vöhringer Unternehmer Werner Knittel  beim „Indian Summer“ in Elchingen.

Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Regionalversammlung der Kammern Ulm und Schwaben. Diese stehe für die freundschaftliche Zusammenarbeit der Wirtschaftsregionen Ulm und Neu-Ulm. Auf kommunaler Ebene komme die Studie zum Ergebnis, dass die Stadt Neu-Ulm nicht in der Lage sei, die finanzwirtschaftlichen Folgen einer Kreisfreiheit in den folgenden Jahren abzudecken. Auch der Kreis wäre in seiner Leistungsfähigkeit dauerhaft  beschädigt, fasste Knittel die Ergebnisse des SME-Instituts für Sozial- und Wirtschaftsforschung zusammen.

„Komplizierte Zeiten“

„Unsere Unternehmen und Bürger sind aber auf eine leistungsfähige und effiziente Verwaltung auf allen Ebenen angewiesen“, ergänzte Knittel vor Unternehmern und Politikern aus der Region. Die Befürchtung: zusätzliche finanzielle Belastungen durch höhere Steuern und Abgaben in Folge einer  Kreisfreiheit. Diese seien nicht akzeptabel. Nun obliege es der bayerischen Staatsregierung und dem Landtag, diese Vorbehalte ernsthaft zu prüfen, um Schaden für die Stadt Neu-Ulm wie auch für den Landkreis abzuwenden. Er sei froh, dass endlich eine fundierte Entscheidungsgrundlage vorliege.

„Ich fürchte, es kommen komplizierte Zeiten auf uns zu“, dies bezog Knittel nicht nur auf die weltwirtschaftliche Lage, in der alle Regeln und Abkommen in Frage gestellt würden und in Gefahr seien. „Hier, in unserem unmittelbaren Umfeld können wir gemeinsam dafür Sorge tragen, optimale Rahmenbedingungen für unseren zukünftigen Erfolg zu schaffen.“ In beiden Fällen gehe es um die tragende Säule des außenwirtschaftlichen Erfolgs: der Mittelstand mit seinen familiengeführten Unternehmen.

In seiner ersten Rede als Präsident der IHK Ulm beim „Indian Summer“ unterstrich Jan Stefan Roell die Unwägbarkeiten auf dem Weltmarkt: Noch sechs Monate Zeit habe man, sich auf den Brexit einzustellen. In der Türkei werde der Export schwieriger. Und: Das Iran-Geschäft sei tot. Ein Schlüssel zur Lösung sei Flexibilität und Vernetzung. Um dies zu unterstreichen und ihnen die Arbeit der IHK nahe zu bringen, hatte er eine ganze Reihe von Geschäftspartnern von China, Indien, Tschechien über Schweden zum diesjährigen „Indian Summer“ mitgebracht. Diesen feiern die beiden Kammern wechselweise in den Regionen Ulm und Neu-Ulm.

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Am Wahlsonntag sammelt Initiative Unterschriften

Petition Die Bürgerinitiative „Landkreis? Ja Bitte!“ hat eine erste Zwischenbilanz zu ihrer Petition für den Verbleib der Stadt Neu-Ulm im Landkreis gezogen. Bei der jüngsten Sitzung seien viele Einzellisten aber auch schon Pakete mit 60 bis 70 Unterschriften präsentiert worden. Zusammen mit den vielen per Post die von Privatsammlern zugeschickten Listen kamen in dieser ersten Staffel gut 900 Unterschriften aus dem ganzen Landkreis zusammen. Der Rücklauf von den beteiligten Parteien sei dahingegen eher überschaubar. Sprecher Klaus Rederer: Erfreulich sei, dass die Unterschriftenlisten mittlerweile im Landratsamt und immer mehr Rathäusern im Kreis ausgelegt würden. Am Wahlsonntag plant die Initiative, vor den Wahllokalen zu sammeln. Weitere Infos unter www.landkreis-ja-bitte.de.

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