Abschiebung Junger Mann schon in Afghanistan

Elchingen/Augsburg / Barbara Hinzpeter 07.07.2018

Der 24 Jahre alte Asylbewerber N., der am frühen Dienstagmorgen von der Polizei aus der Unterkunft im Unterelchinger Dammweg abgeholt worden war, ist nach Angaben der Regierung von Schwaben nach Afghanistan abgeschoben worden. Im Elchinger Freundeskreis Asyl hatte zuletzt Unklarheit geherrscht über den Verbleib des jungen Mannes (die SÜDWEST PRESSE berichtete).

Der junge Mann hatte sich Schnittwunden zugefügt, als ihn die Polizei mitnehmen wollte. Das bestätigte die Regierung von Schwaben: „Zu Beginn der Maßnahme hat sich der Mann mit einem Messer oberflächlich am Unterarm verletzt, worauf er ärztlich behandelt wurde“, teilt Pressesprecher Karl-Heinz Meyer auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE mit. Sowohl während der Rückführung als auch in Afghanistan „war und ist eine entsprechende medizinische Betreuung sichergestellt“, lautete die Auskunft. Ein gegen die Abschiebung gerichteter Eilantrag sei daher vom Bayerischen Verwaltungsgericht Augsburg abgelehnt worden.

Wie berichtet, waren am Dienstag 69 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan abgeschoben worden, 51 von ihnen kamen aus Bayern. Das   Bayerische Innenministerium betont in einer Presseerklärung, dass die Asylanträge der abgeschobenen Flüchtlinge zuvor rechtskräftig abgelehnt worden waren. Dennoch kritisieren Mitglieder des Elchinger Freundeskreises Asyl und des Ulmer Vereins Menschlichkeit, dass von der Sammelabschiebung vor allem gut integrierte junge Männer betroffen gewesen seien, die wie N. noch zur Schule gingen, eine feste Arbeitsstelle oder einen Ausbildungsplatz in Aussicht hatten.

Erst vor wenigen Wochen war die Beschränkung aufgehoben worden, der zufolge nach Afghanistan nur Straftäter, Gefährder sowie hartnäckige Identitätsverweigerer abgeschoben werden konnten.

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