Verkehr Qualitätsranking: Bessere Noten für die Zuglinie „Der Weißenhorner“

Offenbar sauberer geworden: Die Zuglinien von Ulm aus gen Senden und Weißenhorn werden besser benotet.
Offenbar sauberer geworden: Die Zuglinien von Ulm aus gen Senden und Weißenhorn werden besser benotet. © Foto: Matthias Kessler
Weißenhron / Niko Dirner 13.05.2017

Im gerade veröffentlichten Newsletter der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) wird die Misere noch mal deutlich: „Der Weißenhorner“ steht im Qualitätsranking für das Jahr 2016 auf dem vorletzten Platz von 28 untersuchten Regionalbahnlinien. In die Bewertung eingeflossen sind dabei unter anderem die Sauberkeit der Fahrzeuge innen und außen sowie die Fahrgastinformation. Allerdings sind das offenbar Sünden der Vergangenheit, wie eine Anfrage der BEG zeigt – was am Wechsel hin zu einem neuen Betreiber liegt.

Wie berichtet, war die Strecke im Dezember 2016 nach drei Jahren von der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB) von deren Muttergesellschaft DB Regio übernommen worden. Zusammen genommen bilden die Strecke Ulm–Senden–Weißenhorn, die Illertalbahn Ulm–Allgäu sowie der Mittelschwabenbahn das Dieselnetz Ulm. Eingesetzt werden die modernen Dieseltriebwagen VT 642, und die will die Bahn auch besonders sauber halten – die negative Platzierungen im Qualitätsranking vor Augen.

Und die Bemühungen zahlen sich offenbar aus: Derzeit liegen „Der Weißenhorner“ und die anderen Linien im Dieselnetz Ulm von der Qualität her im Mittelfeld, berichtet Wolfgang Oeser von der BEG. Auf einer Skala von +100 bis -100 (Details im Info-Kasten) erreichen die Vorortzüge einen Wert von -1,13. Oeser: „Das bedeutet, dass bei einzelnen Qualitätsmerkmalen (geringfügige) Defizite bestehen.“ Kritik gibt es nach wie vor an der Sauberkeit der Züge. Oeser nennt Sitzplätze, Einstiegsbereiche, Toiletten. Außerdem sind Fahrgäste unter anderem unzufrieden mit der Präsenz der Zugbegleiter an Stationen sowie der „Kundenorientierung bei Beschwerden“. Bei den anderen erhobenen Qualitätskriterien werden die Vorgaben der BEG erfüllt oder teilweise sogar deutlich übererfüllt, sagt Oeser. Und nennt als Beispiele: die Fahrgastinformationen im Zug oder die Kompetenz und das Auftreten des Zugbegleitpersonals.

Außerhalb dieser Tests erhebt die BEG zudem die Pünktlichkeit im Dieselnetz. „Der Weißenhorner“ hatte hier zuletzt Platz 9 von 28 bewerteten Linien erreicht. Allerdings war es nach dem Übergang zum neuen Betreiber zu erheblich Verspätungen und sogar Zugausfällen gekommen. Auch dieses Problem ist laut Oeser passé: Nachdem im Januar „aufgrund von fahrzeugbedingten Störungen“ eine durchschnittliche Pünktlichkeit von 92,3 Prozent erreicht wurde, sähen die Zahlen aktuell weitaus besser aus: Februar: 97,2 Prozent, März: 96,7 Prozent und April: 96,1 Prozent. Das seien Werte deutlich über dem bayernweiten Schnitt. „Somit gehörte das Dieselnetz Ulm zu den stabilsten Netzen in Bayern.“

Null Punkte bedeutet ausreichend

Test Im Rahmen des BEG-Qualitätsmess-Systems werden Faktoren wie die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgastinformationen im Zug, die Funktionsfähigkeit der Ausstattung, die Serviceorientierung der Zugbegleiter und die Kundenorientierung bei Beschwerden berücksichtigt. Die BEG bedient sich dafür externer Tester und lässt Fahrgäste befragen. Daraus wird ein Wert auf einer Skala von +100 bis -100 errechnet. Erreicht ein Unternehmen den Wert null, sind die Erwartungen gerade noch so erfüllt. Für Minuspunkte werden Strafzahlungen verlangt, für Pluspunkte gibt es Boni.

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