Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Rock-Pop-Blues und Soul servierten 20 City-Gastronomen ein reichhaltiges Soundmenue auf ihren teils kleinen Live-Bühnen. Aber auch Latin und Salsa Fans, R&B und Hip Hop Anhänger, sowie Schlagerfreunde kamen voll auf ihre Kosten. Frei nach dem Motto „Einmal bezahlen und überall dabei sein“ tanzten und groovten sich die -Musik-Party-Freunde durch die überwiegend proppenvollen Szene-Kneipen, Clubs und Bars. Fast schon eine kleine Armee aus Security und Sicherheitspersonal an den Eingangstüren der Event-Locations sorgten für einen reibungslosen Ablauf, der ohne größere Vorkommnisse bis spät in die Nacht friedlich blieb. Neben „alten Bekannten“ waren auch viele neue Gesichter dabei, die ihre Musik präsentierten.

Göppinger Musiknacht lockt über 2000 Musikliebhaber in die Stadt

Musiknacht Göppinger Musiknacht lockt über 2000 Musikliebhaber in die Stadt

Wie die „Ol’Smugglers’ Blues Band“ die im Café am Kornhausplatz mit herausragenden Saiten- und Tastensolos ein gut gelauntes Ü-40 Publikum voll auf Betriebstemperatur brachten. Hier war authentischer Blues-Rock in grandioser Form geboten. Und einmal schräg über den Kornhausplatz im „Rock Café“, drehten passend dazu die Hard-Rocker „Pack-Men“ um Sänger Thorsten Hammer auf. Zwischen gut geklauten Blues- und Rock-Klassikern stimmten sie auch mal AC/DC an. Während auf dem Marktplatz das Riesenrad seine letzte Runde drehte, platzte die große Kultstätte „Tresor“ auch schon fast aus den Nähten. Eine weibliche Besucher-Stimme an der Eingangstür stellte empört fest, „Doa isches ja au so brudal voll.“ Zum Glück hatten die Stuttgarter Musiker von „DC and the Gang“ gerade Spielpause und die Dame zog weiter.

Menschentraube vor dem „Treff“

Doch um die Ecke in der Kirchstraße vorm „Treff“ spielten sich gewohnte Szenen ab. Eine große Traube hatte sich dort schon im Eingangsbereich gebildet. Gespickt mit grandiosen Gitarrensolos schallte der Classic-Rock von dem Amerikaner Trio „Kick the Cat“ bis auf die Straße der ältesten Szene-Kneipe. Die Fans blieben einfach stehen und feierten halt kurzerhand auch dort ab, denn innen war längst schon kein Durchkommen mehr.

Etwas besinnlicher ging es da im „Writers Irish Pub“ gegenüber zu, welches auch bestens frequentiert war. Die facettenreichen Stimmen des „Big Balou Trio“ reichten von Bruce Springsteen über Coldplay und Bap bis hin zu Bob Dylan und verzauberten die Zuhörer unplugged. Von ihnen kam wohl der netteste Satz der Musiknacht: „So ein super geniales Wetter, das ist wie für Engel gemacht, wenn sie reisen.“

Deutlich schwungvoller ging es da ein paar Türen weiter in der „City-Bar“ ab. Zu heißen italienischen Rhythmen und internationaler Popmusik von „Mimmo & Friends“ bewegte sich hier Alt und Jung vor der Bühne. Aber richtig zur Sache ging es auch am Schillerplatz im „Andechser“. Die Formation „Sonic Love“ versetzte das dicht gedrängte Publikum zwischen Aufzug, Treppenhaus und Bühnengeländer im ersten Stock zurück in die gute alte Hippie-Zeit der 1970er Jahre. Etwas rockiger und lauter präsentierte sich das hochkarätige Quartett „EdzJam“ im „Schillers“ und platzierte einen bluesigen Kracher am anderen in der Zuschauermenge.

Durchgeknallteste Band der Musiknacht

Doch die durchgeknallteste Band der Musiknacht dürfte wohl „Orange Fuel“ im „Caffe Bozen“ gewesen sein, denn wer spielt seine Lieder schon rückwärts. Und die ganze Show noch auf Blech-und Holzrassel, Kazoo, Cello und Trillerpfeife dargeboten, ließ ordentlich spaßige Stimmung aufkommen. Im „Prestige“ bot das Göppinger Duo „Exyuso“ kultige Cover-Mucke. Wer bis dahin immer noch nicht den richtigen Tanzpartner gefunden hatte, wurde vielleicht noch im „Café Dolce“ fündig, denn hier stand „Sheep Walk“ mit einer großen Portion Black & White Party Music auf dem Programm, zu dem eine mitreißende Tanzparty bereits in vollem Gange war.